Einweihung der Hochberger Schlosskirche

Veröffentlicht am 15.02.2020 in Ludwigsburger Kreiszeitung

„Am zweiten Advent soll das in frischem Glanz erstrahlende Gebäude mit einem Gottesdienst eingeweiht werden“, hieß es am 25. September vergangenen Jahres in einem Bericht unserer Zeitung. „Wir wollten in der Adventszeit mit der Sanierung fertig sein, um die Weihnachtsgottesdienste in der Kirche feiern zu können“, erinnert sich Pfarrerin Elke Goldmann. Konfirmationen durfte sie während der knapp 14-monatigen Sanierungszeit in der katholischen Kirche veranstalten, doch an Weihnachten benötigten die Katholiken das Gotteshaus freilich selbst.

Der gesteckte Zeitplan war ehrgeizig, der Baufortschritt ging aber gut voran. Doch dann bekam die Pfarrerin Ende November einen Anruf von der Tochter des Architekten, der die gesamte Innensanierung der Schlosskirche plante und betreute. Ihr Vater sei mit 59 Jahren nicht mehr vom Mittagsschlaf aufgewacht. Ein Schock für die Familie, aber auch für Pfarrerin Goldmann und alle Mitglieder der Kirchengemeinde, die viel mit dem Architekten zu tun gehabt haben. „Das hat uns, aber auch die Handwerker, die schon seit Jahrzehnten mit ihm zusammengearbeitet haben, sehr betroffen gemacht“, sagt Elke Goldmann...

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Die Geschichte der Schlosskirche Hochberg

Seit wann Hochberg eine eigene Kirche hat, ist wohl nicht mehr festzustellen. Die alte Kapelle war klein. Das Schiff hatte eine Länge von 15,50 m und eine Breite von 6,30 m, der Chor war 4,60 m lang und 3,20 m breit. Im Schiff saßen die Frauen, auf der Empore die Männer. Der Altar befand sich im Raum des Schiffes. Im Chor hatten die Jugendlichen ihre Plätze. Die Kapelle befand sich unterhalb der jetzigen Kirche innerhalb des heutigen Schlossgartens ...

Nach Abschluss des Vertrages wurde im September 1852 mit den Bauvorarbeiten begonnen. Am 4. Mai 1853 konnte die Grundsteinlegung vorgenommen werden. In den Grundstein wurde eine Kapsel eingeschlossen, die verschiedene neugeprägte Landesmünzen sowie eine Liste mit Lebensmittelpreisen enthielt ...

Quelle: Ev. Christuskirchengemeinde Remseck. Zum ausführlichen Originalartikel hier

Karfreitag - das Kreuz hat sich quer gelegt (Andacht zum Hochberger Altar)

Es war ein spannender Prozess im Zuge der Innenrenovierung der Hochberger Schlosskirche zusammen mit unserem Steinmetz einen neuen Altar zu gestalten. Niemand hätte damit gerechnet, dass sich seine Botschaft so schnell und so aktuell auf die derzeitige Situation interpretieren lassen würde: Das Kreuz hat sich quer gelegt. Es steht eben nicht hochaufgerichtet als weithin sichtbares Zeichen, sondern bringt zum Ausdruck, wie viele von uns sich fühlen in diesen Tagen: Niedergedrückt - wie von einer schweren Last.

Die derzeitige Situation bestimmt unseren ganzen Alltag – das wird beim Altar dadurch symbolisiert, dass das Kreuz nicht nur vorne sichtbar ist, sondern den ganzen schweren Granitblock umschließt. Es ist auch nicht symmetrisch ausgerichtet oder wie die Architekten sagen, im Goldenen Schnitt gestaltet. Sondern es darf durch seine Unvollkommenheit uns daran erinnern, dass wir alle unvollkommen sind und unterschiedlich mit der derzeitigen Situation umgehen.

So feiern wir auch in diesem Jahr Karfreitag. Erinnern uns daran, wie Jesus seinen letzten Weg gehen musste, niedergedrückt wurde unter dem Kreuz, das er selbst tragen musste. Das Kreuz hat sich quer gelegt.

Am Ende dann wurde es hoch aufgerichtet auf Golgatha. Leiden wurde zur Schau gestellt. “Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“ klagt Jesus. Alles schien mit dem Tod Jesu am Kreuz zu Ende.

Wir als Christen heute leben davon, dass damit jedoch nicht das letzte Wort gesprochen war. Auf Karfreitag folgt Ostern. Das haben wir den Menschen zu Jesu Zeiten voraus.

Doch davor gilt es hindurch zu gehen, durch Karfreitag, nicht nur an diesem 10. April 2020. Es gab und gibt und wird weiterhin viele Karfreitage im Leben von uns Menschen geben. Immer wieder werden wir sagen: Das Kreuz hat sich quer gelegt.

Doch Karfreitag ist eben nicht das Ende.  

Die Bibel auf dem schweren Granitstein des Hochberger Altars erzählt jahrhundertealte Geschichten des Lebens und Glaubens. Sie erinnert uns daran, worauf sich unser Glaube gründet und worauf wir angewiesen sind: Auf Gottes unverrückbare Nähe und Standfestigkeit. Gerade dann, wenn unser Glaube in schweren Zeiten mal wieder angefochten sein mag oder ins Wanken kommt.

Mit Worten aus dem Lied Nr. 548 im Evangelischen Gesangbuch wünsche ich Ihnen einen Karfreitag, an dem Sie Gottes Nähe spüren mögen:

Kreuz, auf das ich schaue, steht als Zeichen da;
der dem ich vertraue, ist in dir mir nah.
Kreuz, zu dem ich fliehe aus der Dunkelheit;
statt der Angst und Mühe ist nun Hoffnungszeit.
Kreuz, von dem ich gehe in den neuen Tag,
bleib in meiner Nähe, dass ich nicht verzag.

Ihre Pfarrerin

Elke Goldmann, Hochberg