Einen "anderen Gottesdiensten" anbieten - das war der Plan, den der Aldinger Kirchengemeinderat auf einem Klausurwochenende auf dem Kloster Kirchberg zum Thema Spiritualität fasste. Nicht alternativ zum Sonntagsgottesdienst - sondern als eine Ergänzung, nicht nur zeitlich sondern auch in seiner Ausrichtung. Was der regelmäßige Gottesdienst am Sonntagmorgen nicht kann und nicht will, soll im "Segens-Reich" gefunden werden können.

Was ist anders:

  • Der "Segens-Reich" findet drei bis viermal im Jahr an einem Sonntagabend, 18 Uhr, statt.

  • Der "Segens-Reich" wird von einem Team vorbereitet und durchgeführt. Der Pfarrer ist nur einer unter vielen.

  • Der Impuls (Predigt) ist kürzer und wird meist nicht vom Pfarrer sondern von einem Team vorgetragen. Nicht immer ist es eine Ansprache. Manchmal werden Gäste eingeladen.

  • Das Thema des "Segens-Reich" knüpft an einem Lebensthema an und nicht an einem biblischen Wort.

  • Die Sinne werden angesprochen - immer gibt es etwas zu riechen, zu spüren, zu fühlen, zu hören.

  • Individuell und bedürfnisorientiert: In der "Stillen Phase" dürfen die Besucherinnen und Besucher an sieben Stationen entlang am Thema den eigenen Bedürfnissen entsprechend den spirituellen Hunger stillen (Raum der Stille, Gespräch, Salbung und Segnung, Taize-Chor etc).

  • Der "Segens-Reich" will auch mal überraschen.

Aus dem Segens-Reich: "Wort-Spiele"

Eine Bestandsaufnahme

Der  Gottesdienstbesuch am Sonntagmorgen ist nicht mehr selbstverständlich. Lebensbedürfnisse verändern sich und die Rhythmen der Menschen passen sich dem vielfältigen Takt unserer Gesellschaft an. Am Sonntagmorgen will man nicht wieder in Hast das Haus verlassen sondern gemütlich ausschlafen und mit der Familie in Ruhe frühstücken.

Die Menschen entfremden sich vom Sonntagsgottesdienst. Die Lieder, die Sprache und der Ablauf werden ihnen fremd. Nur: Der traditionelle Gottesdienst lebt vom Ritual - davon dass man sich fallen lassen kann und der Ablauf einem in Fleisch und Blut übergeht. Lange Erklärungen und Einleitungen  passen da nicht. Wer sich nicht zuhause fühlt, fühlt sich schnell verloren und hilflos.

Dementsprechend haben sich auch die spirituellen Bedürfnisse der Menschen geändert. Es sollen weniger Worte gemacht werden. Die Sinne möchten mehr angesprochen werden. Die Menschen wünschen sich, dass der Gottesdienst anknüpft bei dem, was sie beschäftigt und umtreibt, und mit dem Glauben in Verbindung gebracht wird.