Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

(Psalm 121,1f)

 Um mich herum blühen Veilchen und Osterglocken, Forsythien und Mirabellensträucher, an den Bäumen sprießen die ersten zarten Blätter. Selten war ich so dankbar für die Schöpfung, die ihren Gang geht und mich trägt – unabhängig von meinem Ergehen. Die Natur mit ihrer Ordnung ordnet auch mich. Das Aufblühen der Blumen und Sträucher ist veranschaulichte Osterbotschaft. Das Leben ist stärker. Es lässt sich nicht unterkriegen.

 

Unterkriegen lassen will auch ich mich nicht. Jede*r von uns kann jetzt ihre / seine eigenen Ressourcen finden. Im Baumarkt steht mann jetzt Schlange. Schnell noch ein paar Materialien kaufen, mit denen man daheim etwas werkeln kann. Andere laufen, joggen, walken bei dem herrlichen Wetter. Zu zweit dürfen wir ja noch raus. Ein Freund von mir stellt eigene Hochrechnungen an, um die Corona-Infizierungszahlen zu berechnen und damit für sich einen Überblick über die Situation zu bekommen. Eine packt die alte Handharmonika wieder aus und singt die altbekannten Volkslieder.

 

Wir werden stärker als sonst auf uns selbst zurückgeworfen. Und ich bin mir sicher, viele staunen über die Kräfte, die in ihnen stecken, um diese Zeit durchzuhalten. Anderen fällt freilich die Decke auf den Kopf. Es gilt schlechte Laune auszuhalten, immer wieder neu zu sich zu finden, um stabil zu bleiben – auch für die Mitmenschen.

 

Mir tut es gut, den Blick zu weiten. „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.“ Die Luft scheint klarer als sonst. Es gibt keine Kondensstreifen am Himmel. „Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen. Und der dich behütet, schläft nicht.“ Es gilt, einen langen Atem zu haben. Apropos Atem: Eine sagt, ich stelle mich morgens ans offene Fenster und atme mehrmals bewusst ein und aus. Dann bin ich wieder auf dem Boden. Machen Sie sich auf die Suche nach ihren eigenen Quellen der Kraft und seien sie behütet!

 

Bleiben sie behütet.

Es grüßt Sie im Namen der Remsecker Pfarrerinnen und Pfarrer

Pfarrerin Irmtraut Aebert