Quarantäne-Kanzel

Regelmäßig veröffentlichen wir an dieser Stelle Anregendes, Bedenkenswertes und Besinnliches. Nicht immer dreht sich alles nur um Corona - aber immer davon, dass wir nicht von Gott und der Welt verlassen sind.

Auf geht’s Zukunft!

Mit einem Kribbeln im Bauch warten wir darauf endlich einsteigen zu dürfen. Die Spannung ist groß und dann ist es soweit. Wir sind an der Reihe und dürfen Platz nehmen. Ich ziehe den Sicherungsbügel nach unten und los geht die Fahrt. Langsam schweben wir hinab ins Tal und langsam kehrt nun auch Entspannung ein. Zwei Paar Füße in Wanderschuhen baumeln in der Luft weit oberhalb der Baumwipfel.

Was ist das doch für ein herrliches Gefühl! Es ist das erste Mal seit längerer Zeit, dass ich

Mit einem Kribbeln im Bauch warten wir darauf endlich einsteigen zu dürfen. Die Spannung ist groß und dann ... zur Fortsetzung!

Motivationspäuschen

Für mich kommt das Schönste bei einer Wanderung wirklich ganz zum Schluss. Die eigentliche Belohnung kommt bei mir immer kurz nach dem Gipfel und zwar auf der nächsten Almhütte. Sie besteht dann in der Regel aus Germknödeln, Kaiserschmarrn oder auch mal einem Stück Kuchen mit einem Berg Sahne.

Denn so sehr ich die Berge und auch die Aussicht vom höchsten Gipfel liebe, so sehr liebe ich auch das Einkehren in der Hütte. Mit verschwitztem T-Shirt, hochrotem Kopf, brennenden Muskeln und schmerzenden Füßen schmeckt ein süßer – ganz selten auch mal ein deftig-herzhafter Gaumenschmaus – einfach unbeschreiblich lecker. Vermutlich ist das auch deswegen so, weil ich den Eindruck habe, dass ich mir den nun so richtig verdient habe. Ja – so eine körperliche Anstrengung fordert doch auf jeden Fall eine Belohnung. Zur Fortsetzung!

Weiter geht's - Gott sei Dank

Er hat mich einfachausgebremst. Gerade war ich noch beflügelt von einem schönen Gottesdienst mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Alten- und Pflegeheims. Die Posaunenklänge hallten noch in mir nach und ich war voller Vorfreude auf einen freien und gemütlichen Freitagabend. Und dann hat mich dieser Steinblock am Parkplatz einfach aus vollem Lauf heraus ausgebremst. Ich habe ihn beim Ausparken nämlich einfach übersehen. Ganze Arbeit haben der Stein und ich geleistet, denn das Auto war erstmal nicht mehr zu benutzen.

Einfach ausgebremst aus vollem Lauf, eine Erfahrung, die ich – naja, die wir alle – seit einem Jahr immer wieder machen. Immer wenn der Alltag gerade wieder Fahrt aufnimmt und wir den Eindruck haben, ein Stück Normalität käme zurück, kommt wieder ein kleinerer oder ein richtig großer Pandemiesteinblock, der uns ausbremst. ...

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Ganz schön zäh

Bild von Ryan McGuire auf Pixabay

Tatsächlich denke ich zuerst an blauen Himmel, Sonnenschein, Unkraut und eine Tasse Kaffee, wenn ich mich an den März 2020 zurückerinnere, also an die allerersten Lockdown-Wochen. Ich erinnere mich gut, wie das Wetter diesem damals noch unbekannten Virus eine lange Nase gedreht hat und uns mit frühsommerlichen Temperaturen und viel Sonnenschein beschenkt hat. In meiner Nachbarschaft wurde daher viel im Garten gewerkelt. Die Fahrradwege waren voller als die Autobahnen. Die Spielplätze wurden vorsorglich gesperrt, um Menschenansammlungen zu vermeiden.

Der März 2020 war daher nicht nur wettertechnisch eine echte Besonderheit. 

Ein Jahr später, also im März 2021, gönnt sich dieser Monat wieder ein besonderes Äußeres. Allerdings ... zur Fortsetzung!

Achterbahnfahrt

Bild: www.unsplash.com Steven Hateley

Würdest du für 100 Euro einen Regenwurm essen?

Du bemerkst, dass der Hosenladen deines Lehrers offen ist. Sagst du etwas?

Du weißt, wie man das Handy deiner Partnerin entsperrt. Guckst du heimlich rein?

Mit meinen Konfis spiele ich gerade oft ein Spiel. Dabei geht es salopp gesagt darum, die Hosen runterzulassen. Das Spiel heißt ungefiltert und ist ganz simpel: Man muss nur Fragen beantworten. Aber die möglichst ehrlich. Die anderen müssen vorher einschätzen, wie die Befragten sich wohl entscheiden. Uns macht das riesig Spaß, weil es oft lustige Fragen sind, wie die mit dem Regenwurm. Manchmal geht es aber auch ans Eingemachte. ...Zur Fortsetzung!

Einfach wunderbar

Grafik: Designed by pch.vector / Freepik

„Koooom, wir machen uns schön!“ Dieser Satz erklingt regelmäßig in unserer Wohnung. Ganz egal, ob Sonntag ist oder ein Geburtstag ansteht oder ob Kaufladen gespielt wird – unsere vierjährige Tochter findet immer einen Grund auf diese Worte auch Taten folge zu lassen.  Denn – ja – an jedem Tag gibt es einen guten Grund sich schön zu machen und das heißt für sie ein Kleid oder einen Rock zu tragen.

Es gibt jeden Tag einen guten Grund, um sich schön zu machen – an diesem Gedanken bleibe ich hängen. Denn auch ich verbinde mit schön machen bestimmte Kleidungsstücke. Ich verbinde damit aber auch ganz bestimmte Anlässe, wie Geburtstagsfeiern, Hochzeiten oder besondere Feiertage. Im Alltag trage ich manche dieser Kleidungsstücke nie. Der größte Unterschied ist, ... Zur Fortsetzung!

Lässig wie Bernie

Was gäb ich drum, manchmal einfach lässig zu sein. Den Kopf auszuschalten und drauf zu pfeifen, was andere über mich denken. Je älter ich werde, desto besser gelingt mir das, aber bei wichtigen Anlässen, bin ich nach wie vor gern angepasst und Mainstream. Das geht vielen Menschen so, glaube ich. Selbst den ganz großen Promis.

Letzte Woche wurde zum Beispiel der neue US-amerikanische Präsident in sein Amt eingeführt, mit großem Trara und durchgestylter Zeremonie: Joe Biden erschien im feinen Zwirn, die First Lady trug Maske und Outfit Ton in Ton und die Vizepräsidentin glänzte mit einem angemessenen farblichen Statement – kurz: Alle hatten sich so richtig rausgeputzt. Niemand wagte, optisch aus der Reihe zu tanzen. Denn die Welt schaut zu und „was sollet au die Leut denka?!“Zur Fortsetzung

Weihnachten fällt nicht aus

Nein, Weihnachten fällt dieses Jahr natürlich nicht aus, auch, wenn solche nicht wirklich ernst gemeinten Gründe dafür grade so allerorts kursieren… Weihnachten fällt nicht aus, auch in diesem Jahr nicht oder besser gesagt. Gerade in diesem Jahr fällt Weihnachten nicht aus. Denn:   

„Fürchtet euch nicht, denn euch ist heute der Heiland geboren“

Wo wir uns diese Botschaft des Engels aus der Weihnachtsgeschichte zusagen lassen, dort wird es Weihnachten. Zur Fortsetzung.

Das Schönste

Bild: Benedikt Osiw

Mit dieser Wochenpost ziehe ich blank. Ich sag jetzt einfach frei raus, wie es mir gerade geht. Ich befürchte nämlich – und hoffe gleichzeitig – dass es vielen genauso geht wie mir. Und warum sollen wir dann so tun, als wäre alles in Butter?

In sieben Tagen ist Weihnachten. Meine Kinder freuen sich darauf. Wenn ich gefragt werde, ob ich mich freue, dann muss ich heute ehrlicherweise sagen: geht so. Meine adventliche Vorfreude geht gerade in Krisensitzungen flöten, ich bin froh, aber erschöpft, weil ich meine Geschenke noch vor dem Lockdown beisammen hatte und mein Weihnachtsmenü umfasste in diesem Jahr einen Plan A für ein Essen mit 9 Personen, einen Plan B für ein Essen mit 7 Personen und jetzt wird Plan C greifen, mit Zutaten, die ich für den worst case eingefroren habe, um flexibel zu bleiben.

In das selige Strahlen der gut gelaunten Mutti auf dem Kaufland-Aufsteller kann ich absolut nicht einstimmen. „Das Schönste an Weihnachten: Essen!“

Beneidenswert, wenn es ihr gelingt, ihre fröhliche Familie mit einer Gans zufriedenzustellen. Beneidenswert, wenn eine goldgelbe Kruste genügt, um von einem gelungenen Weihnachtsfest zu sprechen. So einfach kann das Leben sein.

So einfach ist mein Leben an Weihnachten in diesem Jahr nicht... Zur Fortsetzung!

Keep rolling

Sachen gibt´s! Da schnallsch ab. Letzte Woche war ich auf einen gemütlichen Abend auf dem Sofa eingestellt und mein Mann hatte ganz beiläufig eine neue Netflix-Serie angekündigt. Dass mich die nachhaltig beschäftigen und irgendwie auch erschüttern würde, hätte ich nicht gedacht. In „We Are the Champions“ werden ungewöhnliche Hobbies vorgestellt. Super harmlos, dachte ich. Kein Nervenkitzel, kein Blut – seichte Unterhaltung. Es hat auch alles ganz unverdächtig begonnen, aber nach wenigen Minuten war ich sprachlos. Und das lag am Käserennen von Brockworth. Zur Fortsetzung!

Frau Häberle

Ich hab einen Engel getroffen. Echt jetzt! Letzte Woche. Beim Metzger. Kein Witz. Lachen Sie ruhig – hab ich auch gemacht. Es war ein paar Orte weiter und deshalb kann ich hier ruhig aus dem Nähkästchen plaudern. Um die Mittagszeit herrschte an der Fleischtheke Hochbetrieb, Verkäuferinnen und Kundschaft kämpften mit dem Stress, den die Warteschlange auf der Straße verursachte. Nur zwei Damen hatten die Ruhe weg. Eine Verkäuferin und Frau Häberle. Sie hieß natürlich nicht so, aber ähnlich typisch-schwäbisch. Die zwei standen eine Weile versunken da und starrten ins Nichts. Die eine über die Theke hinweg, die andere hinein. Nach einiger Zeit sagte die Verkäuferin dann: „So, Frau Häberle, wie isch´s?“. .. Zur Fortsetzung.

Nochmal und nochmal

Glaubt man unserem Dreikäsehoch, dann kamen schon Abraham und Sara in den Genuss von Milka. Nach David und Goliath – „weil der da so stirbt, mit Blut!“ – führen die beiden momentan die Hitparade der Kinderbibelgeschichten an. Morgens hatte ich die Geschichte wieder mal vorgelesen: Abraham und Sara müssen in hohem Alter noch einmal umziehen und bekommen dann die doch überraschende Nachricht, dass Sara mit sage und schreibe 90 Jahren zur Erstgebärenden werden soll. Darüber lacht sie erstmal schallend.

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Ein lebendigmachendes Gegenüber

Es gibt einfach geniale Worte. Das schwäbische „Vesper“ gehört für mich zum Beispiel dazu. Dieses Wort ist vielseitig einsetzbar und dennoch ist allen Beteiligten klar, sofern sie mit dem Schwäbischen vertraut sind, was zu einem „Vesper“ dazugehört. So kann man auf dem Schulhof ein belegtes Brot „vespern“, aber eben auch auf dem Berggipfel einen Landjäger und eine Brezel. Das hindert wiederum niemanden daran, dass es zum Abendessen auch ein „Vesper“ gibt. Einfach genial!

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Lebensziel

„Mama, wieso steht´n da ein Schiff im Wald?“ Ich gebe zu, dass ich im ersten Moment dachte: Das ist wieder so ein Kinderding. Unsichtbare Freunde hier, ausgedachte Dinos da, Schiffe im Wald – wo denn auch sonst? Aber es stimmte halt. Mitten im Nichts steht ein Schiff auf einer Lichtung und ein imposantes noch dazu. Eigentlich ein Wunder, dass wir Erwachsenen es übersehen hatten. Vielleicht liegt es daran, dass wir noch unsere Verwunderung über etwas ganz anderes verdauen mussten. Im letzten Jahr waren wir zu einer Hochzeit eingeladen, die eben in diesem Nichts stattfand – im Wendland. Wir wussten, dass der Castor da irgendwo mal unterwegs war, aber das war´s auch schon.

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Schöner Scheitern

Liebe Oma, ich weiß, du liest hier auch mit, deshalb warne ich dich vor: Du musst heute echt tapfer sein. Es geht nämlich ums Versagen. Besser gesagt um mein Versagen. In der Küche. Beim Backen. Und um meine dilettantische Rettung einer schier ausweglosen Situation. Diese Warnung gilt auch für alle anderen passionierten Bäckerinnen und Bäcker oder für die Perfektionisten im Allgemeinen. Es wird schlimm. Wirklich.

Letzte Woche habe ich eine Glanzleistung in Sachen schöner Scheitern abgeliefert. ... Zur Fortsetzung.

Bloody hell!

So, gegen Sommerende gibt es heute mal was richtig schön Leichtes: Hölle. Ein flauschiges Thema für zwischendurch. Sie meinen, die Hölle gibt´s schon lang nicht mehr? Dachte ich auch, aber von wegen! Fragen Sie mal die Württembergische Landeskirche. Die hat sie mir erst neulich um die Ohren gehauen. Ich habe einen Artikel gesucht, der eigentlich auf der Kirchen-Homepage hätte stehen müssen und – zack! – lachte mir ein fröhliches „Bloody hell!“ entgegen. Ich übertrage das ...

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„Kooooooooooooooooooooooooomm!“

der Urschrei lässt uns zusammenzucken. Der Boden unter unseren Füßen vibriert. Wie ein Donnerhall versetzt die Stimme die Heide in Wallung. Unser Sohn flüchtet sich auf Papas Arm und ich merke, wie der Händedruck unserer Tochter fester wird. Mit weit aufgerissenen Augen schauen wir der Herde entgegen, die auf uns zurollt. An der Spitze pflügt sich eine Ziege durch den Sand, es folgen ein paar Heidschnucken und am Ende donnern 500 Tiere an uns vorbei. Ringsherum teilt sich die Masse und wir stehen mitten in der gewaltigen Herde. Klingt wie die Apokalypse, gell? War aber nur unser Urlaub im Wendland.

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Im Schlaf geben

Letzte Woche war ich seit längerer Zeit wieder in der Wilhelma. Und es war mal wieder ein Highlight. Meine Tochter und ich nehmen eigentlich immer dieselbe Route. Erst laufen wir schnurstracks von den Pinguinen zu den Seelöwen. Dann folgen wir dem Rundweg ziemlich zügig bis wir bei den Raubtieren und den Elefanten angekommen sind. Die meiste Zeit verbringen wir vor dem Löwenaußengehege. Mich faszinieren die Könige der Tiere schon lange. Mittlerweile gibt es noch weitere Raubkatzen-Fans in unserer Familie. Also verweilen wir gerne bei ihnen und sind damit beschäftigt zu warten.

Ja, wir warten... Zur Fortsetzung!

Keine Angst vor Kettenbriefe

Bild: www.de.freepik.com, Autor: rawpixel.com

Freunde, es is‘ soweit: Wir haben den ersten Kettenbrief bekommen. Freudestrahlend brachte ihn unsere Tochter nach Hause. Mich dagegen ereilte ein spontaner Schwächeanfall. Wir waren früher immer die Familie, die solche Spielchen unterbrochen hat. Dabei weiß doch jeder: Wer einen Kettenbrief nicht weiterschickt, der ist verantwortlich für viele gebrochene Kinderseelen und kleine Kulleraugen, die in Tränen schwimmen. Eines dieser enttäuschten Augenpaare hätte jetzt meiner Tochter gehört. Und es ist ja auch der erste und nicht wie damals bei mir, der 23. in zwei Wochen.

Was soll ich also sagen? Ich hab mitgemacht. Allerdings ...  Zur Fortsetzung...

Ringpause

Ich trau mich kaum, das laut zu sagen, aber ich schaue total gern Boxkämpfe an. Damit mir das nicht ganz so peinlich ist, berufe ich mich auf eine genetische Veranlagung:

Offensichtlich hat mir meine Urgroßmutter diese Vorliebe in die Wiege gelegt. Wenn bei meinen Großeltern ein Boxkampf im Fernsehen lief, dann tigerte sie leise schimpfend über diese Barbarei durchs Wohnzimmer, um sich irgendwann doch fasziniert auf dem Sofa niederzulassen.

 

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Geschichte mitschreiben

Wer die Wochenpost aufmerksam liest, der kennt schon den ein oder anderen Schwank aus meiner Jugend. Oder hat zumindest gelernt, dass Ponal eigentlich fast immer hilft. Das hat erst letzte Woche wieder hervorragend geklappt!

Heute gibt es eine neue Geschichte, dieses Mal vom Esstisch meiner Eltern. Mein Vater kam jeden Tag in seiner Mittagspause nach Hause, um mit uns zu essen. Meine Schwester, er und ich kamen in der Regel fast zeitgleich zu Hause an und die Bedürfnisse beim gemeinsamen Essen waren in unserer Familie ganz unterschiedlich verteilt. Ich wollte vor allem reden – viel – die anderen drei hätten gern ihre Ruhe gehabt oder wollten zumindest auch ab und zu mal was sagen. Oft hatten sie nicht den Hauch einer Chance. Und so entstand bei uns der Code: „Hasch du eigentlich keine Hausaufgaben?“

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Inwiewenn

Sehen Sie was da drüben? Nix, gell?

Ich auch nicht.

So geht es mir oft, wenn ich meine Kinder beobachte. Die sehen irgendwie Dinge, die ich nicht oder besser gesagt nicht mehr sehe. Am häufigsten passiert das „im Spiel“. Dann geschehen vogelwilde Dinge in unserem Garten, ich schlürfe plötzlich unsichtbare Puppensuppe und rufe lauthals „köstlich“! Das Prädikat „im Spiel“ erinnert alle Beteiligten jedoch daran, dass die Puppensuppe nicht ganz von dieser Welt ist.

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Mittendrin

Es ist Donnerstag. Donnerstag ist Hausandachtstag. Da ziehe ich meine Laufschuhe an und mache mich auf den Weg. Ein Weg, der mir zur liebgewonnen Routine geworden ist: Ich darf Postbotin spielen und die Aktualisierung der Hausandacht austragen. In der Mitte meines routinierten Weges liegt die Kirche unserer katholischen Geschwister. Da komme ich jeden Donnerstag vorbei. Und ich habe begonnen, mich einladen zu lassen von dem großen Schild „Diese Kirche ist offen“. Mittendrin auf meinem Weg halte ich an, setze mich in eine der Bänke. Ich lasse den großen, hellen Raum auf mich wirken bis ich angekommen bin. Mittendrin das Kreuz. Ich falte meine Hände, schließe die Augen und bete:...

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Liegengebliebenes aufARBEITen – Gedanken zum Tag der Arbeit am 1.Mai

Geht es Ihnen auch so? In diesen Tagen kann man manches Liegengebliebene aufARBEITen. Der Nachbar legt den Rasen hinter dem Haus neu an. Andere schleifen Möbel ab und streichen sie. Ordner, Schränke, Schubladen werden ausgemistet und neuer Platz geschaffen.

Überhaupt hat sich die ARBEIT für viele von uns grundlegend gewandelt. Viele praktizieren Homeoffice. Manche haben Kurzarbeit. Andere fürchten um ihren Arbeitsplatz und um ihr Auskommen. Läden und Firmen blieben und bleiben z.T. weiterhin geschlossen. Andere Arbeiten werden aufgewertet: Medizinisches Personal, Verkäuferinnen haben plötzlich Hochkonjunktur. Aber auch Freiwillige, die Schutzmasken nähen oder Einkäufe für andere tätigen. Ich wünsche mir sehr, dass diese Erfahrungen nachhaltig sind und zu einem neuen Wirtschaften und zu neuer, auch finanzieller, Bewertung von Arbeit führen. Zur Fortsetzung!

Friedenstauben aus Denkzetteln

Wir wohnen in einem Haus mit vier Stockwerken. Das hat so einige Nachteile. 39, um genau zu sein – Treppenstufen meine ich. Die winden sich bei uns offen durchs Haus, sodass man von ganz oben bis nach ganz unten schauen kann.

Die Nachteile liegen auf der Hand. Vielleicht kennen Sie das ja: Sie stehen ganz unten an der Haustür und bemerken, dass diese besonders praktische Fleecejacke, die jetzt so geschickt wäre, im Schlafzimmer unterm Dach liegt. Nochmal hochhecheln oder frösteln?

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„Er ist nicht hier…“

Diese Worte des Engels an die Frauen am Ostermorgen hatten dieses Jahr eine besondere Bedeutung. Sie kamen mir in den Sinn, als ich am Ostermorgen in die leere Kirche kam, um mit den Bläsern für das Osterständchen auf den Kirchturm zu steigen.

„Er ist nicht hier“. (Mt. 28,6)

Der Engel meinte das Grab. Doch an diesem historischen Osterfest ohne Gottesdienst – das gab es vermutlich in tausend Jahren nicht – galt das auch für das „hier“ in der leeren Kirche: Keine Osternacht. Kein Festgottesdienst. Keine Gemeinde. Kein Gesang – kein „Christ ist erstanden“ – in das man frohen Herzens hat miteinstimmen können. Nur eine leere Kirche.

„Er ist nicht hier“, sondern … zur Fortsetzung

Karfreitag - Wenn Gott das Licht ausmacht

Es gibt zwei Augenpaare auf und über dieser Welt, die mich in allen möglichen und unmöglichen Situationen kennen. Das eine gehört dem lieben Gott. Das andere dem Paketboten. Beim Paketboten kann ich nur schlecht damit umgehen, dass ich ihm meistens im ungünstigsten Augenblick der Woche die Tür öffne. Und den erwischt er regelmäßig mit schlafwandlerischer Sicherheit. Wenn ich wirklich gerade eben duschen wollte, aber mein strähniges Haar davon berichtet, dass es bisher beim Wollen geblieben ist. Wenn ich wirklich gerade eben die Garderobe von den Bergen an Matschhosen, einzelnen Schuhen, Dreckklumpen, Stecken und verwelkten Blättern befreien wollte und hoffe, dass er selbst Kinder hat.

In solchen Momenten denke ich mir oft: ... Zur Fortsetzung!

 

Geisterstunde

In der Aldinger Kirche spukt es seit Montag! Und wir sind Schuld. Also nicht ich, sondern meine Tochter. Aber ich hab sie gewähren lassen. Ich trage also eine Mitschuld daran, dass sich in der Margaretenkirche ein Nachtgespenst eingenistet hat. Sorry, liebe Aldinger!

Das Segensreich-Team hat für die Woche vor Pfingsten Stationen aufgebaut. Auf ganz unterschiedliche Weise kann man dort dem Heiligen Geist auf die Schliche kommen. An einer Pinnwand konnte man aufschreiben, wo der himmlische Tröster durch die deutsche Sprache geistert.

Als wir am Montag als eine der ersten die Kirche stürmten, waren nur wenige Zettel dort zu finden. Begeisterung zum Beispiel. Zu abstrakt für eine 5-Jährige, dachte ich... Zur Fortsetzung!

Stoßgebet

privat

Die ganz große Freiheit, die findet man selbst in Cannstatt nicht. Zumindest für einen oder eine hat es nicht ganz gereicht. Da hat jemand versucht, an prominenter Stelle ein Graffiti zu hinterlassen und wurde dabei rüde unterbrochen. Ich weiß auch nicht, von wem: von der Polizei vielleicht, vom empörten Hausbesitzer, von einer schwäbischen Hausfrau bei der Kehrwoch‘. Ich stehe der Freiheit gegenüber an der Ampel und stelle mir vor, wie jemand kurz vor Schluss davonflitzt. Er hat was gewagt, aber es hat nicht gereicht. So groß war die Freiheit dann doch nicht.

Ich frage mich, wie es mit der FREIHE weiterging. Immerhin ist sie ja inzwischen fertig. Aber wer hat das Ende da so hinimprovisiert? Kam der Künstler zurück?  ... zur Fortsetzung!

Auferstehung live!

Auferstehung im Biomüll! Pfarrerin verbreitet die Nachricht über WhatsApp! Er fliegt wieder! So klingt Ostern 2021. Und das ist mir gestern echt passiert. Eine Auferstehung im Biomüll.

Am Vormittag habe ich in unserem Kofferraum einen Marienkäfer entdeckt. Einen, der offenbar dort verstorben ist. Ich habe versucht, ihn hinaus zu bugsieren, habe ihn aber nicht richtig erwischt. „Naja, isch jetzt au wurscht.“ dachte ich und habe ihn vorerst dort gelassen. Nach meinem Einkauf muss er dann am Boden der Klappbox festgeklebt sein. Und die landete mit einem Rummser auf der Arbeitsfläche in der Küche. Dass er dabei nicht zerquetscht wurde, ist das erste Wunder. Ich fing an, zu kochen ... Zur Fortsetzung!

Auf Spielraumsuche

„Kennen Sie diese süchtig machenden Gummischnüre?“ Bis Anfang dieser Woche hatte ich fast vergessen, dass es diese Süßigkeiten in meiner Kindheit gab. Aber die Frau an meiner Arbeits-Seite, Isabella Bigl, hat das geändert. Mit einem breiten Grinsen hat sie mir im Zusammenhang mit einer Andacht eine ganze Tüte davon ins Arbeitszimmer gebracht. Damit hat sich mich in unnachahmlicher Art eingeladen nach SPIELräumen in mir und um mich herum zu suchen.

Und ihr Plan ging auf: schon mit dem ersten „Schnürle“ tauchten Bilder aus Kindheitstagen auf. Ich sah mich mit nassen Haaren auf einem Handtuch mitten in der Sonne im Freibad sitzen. Und sofort hatte ich den Duft von Chlor und Sonnencreme in der Nase und den ...

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Träum schön

Träume sind was Feines. Jetzt gerade träum ich zum Beispiel davon, ins Bett zu gehen. Seit Corona träumen die Menschen vogelwilde Sachen. Auf Instagram gab es neulich eine Umfrage dazu: „Was träumt ihr seit Corona eigentlich nachts?“ Zwei der Antworten sehen Sie links und die klingen gar nicht mal so entspannt… Mir ging das vor allem am Anfang auch so. Ich kann mich noch an die Nacht vor dem ersten Gottesdienst nach dem ersten langen Lockdown erinnern. In meinem Traum stand ich vorne, ohne Maske und die Kirche war brechend voll. 300 Leute waren da. Früher ein Traum, heute ein Alptraum. Niemand trug eine Maske und alle kamen mit erhobenen Händen auf mich zu. Der beste Gruselfilm hätte da nicht mehr mithalten können. Morgens war ich ziemlich kaputt und auch ein bisschen erschüttert. Darüber, wie tief sich die Pandemie in mein Unterbewusstsein vorgearbeitet hatte. Zur Fortsetzung

„Und dann machsch nen humanizer nei!“

Bild: www.pixabay.com/Humusak

Wow! Ich dachte, in einem Jahr Pandemie hätte ich die Welt der digitalen Möglichkeiten ganz gut erkundet. Von wegen. Ein humanizer – das was mir wieder neu. Den Tipp habe ich von einem Freund bekommen. Wir haben uns darüber unterhalten, wie man E-Mails automatisch verschicken lässt. Das kann man bei E-Mails, die sich wiederholen, sogar als Serie einstellen. „Und wenn es dann echt aussehen soll, dann machsch nen humanizer nei!“

Ein humanizer ist quasi ein Vermenschlichungsprogramm. Wenn man den einschaltet, dann werden die Mails so verschickt, wie es ein Mensch eben machen würde: ... Zur Fortsetzung!

Saure-Gurken? Nicht mit mir!

Ich bin Frühlingsreif – Sie auch? Ich hoffe Sie nehmen es mir nicht übel, dass ich gleich mit der Tür ins Haus falle, aber ich habe genug von diesem Grau-in-Grau, das diese Woche fast nur Regen und Matsch mit sich geführt hat. Das alles macht die sowieso eher ruhigen Wochen im Januar und Februar erst recht zur Saure-Gurken-Zeit. Diesen Ausdruck habe ich von meinem Kollegen gelernt und zum Ende dieser Woche fühlt es sich für mich nun genau so an: die Auswahl für Freizeitaktivitäten ist so überschaubar, wie eine Vorratskammer nach Weihnachten. Die letzten Reserven sind so langsam angebrochen. Und nicht nur das: ich fühle mich sogar wie eine saure Gurke. Mehrfach war ich in dieser Woche schon durchnässt. Leicht angesäuert von der Mischung aus Winter- und Corona-Einschränkungen bin ich ebenfalls. Und meine Haare haben mittlerweile dieselbe Spannkraft wie eine Gurke, die schon viel zu lange in einem Einmachglas steckt. Ja, ich bin reif für den Frühling:... Zur Fortsetzung!

Re-Start 2021

Sonntag, 7 Uhr, Pfarrhaus Neckarrems: das neue Jahr hat 15 Tage auf dem Buckel und ich habe einen Geistesblitz. Auf einmal bin ich hellwach. Wachgerüttelt hat mich die Erkenntnis, dass das Jahr im vollen Lauf ist und ich mir so gar nichts vorgenommen habe. Ich habe nicht einen Vorsatz getroffen; nicht einmal den, dass ich mir nichts vornehme. „Na, und? Ich auch nicht!“, denkt sich nun der eine oder die andere. Aber mich treibt es seither um. Nicht unbedingt wegen der Vorsätze: die hätte ich vermutlich schon längst über Bord geworfen. Es treibt mich um, weil ich mich frage, wie das eigentlich gekommen ist. 

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Es wird Weihnachten!

Nun ist er wirklich da: der 24. Dezember 2020 - Heilig Abend. Auch in diesem Jahr, in dem schon so Vieles auf den Kopf gestellt wurde, wird es nun wirklich Weihnachten!

Wie Sie im Bild sehen können: wir haben uns gut vorbereitet oder vielmehr, wir haben es versucht. So manch‘ frühgefasster Plan musste nun in letzter Minute doch noch einmal über den Haufen geworfen werden. So einiges lief ganz anders als gewohnt und geplant. Und zwischendrin stand auch in uns Vieles Kopf. Aber nun wird es trotzdem Weihnachten ...  Zur Fortsetzung!

Herzensstärkung

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Dieses Zimmer ist ein Phänomen. Genau genommen nicht das ganze Zimmer, sondern dieser Tisch. Kaum habe ich alles auf ihm weggeräumt, steht er spätestens eine Woche später wieder vollbeladen da. Und in diesem Fall bin ich höchst persönlich für diese Unordnung verantwortlich. Ich kann es weder meinem Mann noch meinen Kindern  in die Schuhe schieben. In diesem Fall klappt das nicht. Dieser Tisch ist meine ganz persönliche Kruschtel-Ecke. Und sie stört mich: denn sie erinnert mich penetrant daran,... Zur Fortsetzung!

Vorfreudig Wartend

Ich habe diese Woche schon ziemlich viel gewartet: ganz entspannt auf die Stadtbahn, genervt auf die Reparatur meines PC’s, sehnsüchtig und voller Vorfreude auf eine Tasse Kaffee am Morgen, leicht ungeduldig in der Schlange bei der Post und äußerst gespannt auf die Entscheidungen der Bund-Länder-Konferenz zu den weiteren Corona-Eindämmungsmaßnahmen für die Advents- und Weihnachtszeit.

Durch diese verschiedenen Warte-Erlebnisse ist mir deutlich geworden, dass Warten ... Zur Fortsetzung!

Stichelei mit gutem Ende

Foto: Capri23Auto auf Pixabay

Letzte Woche wurde ich von einer Wespe in die Hand gestochen! Ja wirklich: im November - morgens um 8 Uhr - in unserem Treppenhaus. Dieser Stich hat mein morgendliches Programm ganz schön durcheinandergebracht. Auf den Schreck habe ich mich nämlich erstmal aufs Sofa gesetzt und meine Hand gekühlt. Das hat schnell Wirkung gezeigt: Die Einstichstelle an der Hand hat dann auch schon bald nicht mehr geschmerzt. Und zum Glück reagiere ich nicht allergisch auf Wespenstiche. Dennoch blieb etwas zurück ...

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Gänsehaut-Momente

Eine Gänsehaut bekomme ich in den letzten Tagen des Öfteren: dazu trägt die nasskalte Witterung bei, aber auch die neusten Entwicklungen in der Welt. Da lässt mir so manch tagesaktuelles Geschehen die Haare zu Berge stehen. Und ich beginne von außen und von innen zu frieren. Die Gänsehaut, die da entsteht, ist unangenehm. Was auf der Haut begonnen hat, überträgt sich nun auf den ganzen Körper.

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Guter Riecher

Kaum etwas löst so unmittelbar Emotionen in uns aus wie das, was wir riechen. Gerüche wecken Erinnerungen – Erinnerungen an Schweres oder Schönes. Unser Geruchssinn ist etwas ganz Ursprüngliches und wahrscheinlich hat er sich geschärft, als der Vorläufer des heutigen Menschen seine Nase noch tief in Bodennähe trug. Er war darauf angewiesen, das richtig zu deuten, was er da roch: etwas Gefährliches oder etwas Nahrhaftes? Und er musste sich merken, ...

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(K)eine Frage des Geschmacks

Bei Brokkoli scheiden sich die Geister und das nicht nur bei mir zuhause. Die Remsecker Erntedankgemeinde am vergangenen Sonntag war ebenfalls gespalten, was das grüne Gemüse betrifft. Die einen essen Brokkoli für ihr Leben gern. Die anderen würden ihn sofort vom Speiseplan streichen oder haben es sogar schon getan. Bei Brokkoli fällt es den meisten leicht zu sagen: das schmeckt mir oder das schmeckt mir nicht.

Überhaupt ist Essen doch zur Geschmackssache geworden – Zur Fortsetzung!

Gott lässt sich hören

Es ist ein herrlicher Spätsommermorgen. Die Sonne scheint warm auf mich herunter, aber es weht auch schon eine leichte Brise. Perfekte Bedingungen, um noch kurz vor dem Friseursalon zu warten. Ich stehe da, genieße den Moment, schließe die Augen und vernehme es auf einmal: ein leises Blätterrascheln über mir. Die leichte Brise hat die Blätterpracht des Baumes neben mir in Bewegung versetzt. Mein Blick wandert nach oben und ich sehe... .Gott lässt sich hören

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Planungssicherheit

Wissen Sie was? Ich plane für mein Leben gern: ich schreibe regelmäßig Wochenpläne, in denen ich meine zu erledigenden Aufgaben über die Woche verteile. Ich überlege mir Speisepläne, die für jeden Geschmack etwas bereithalten. Und mit besonders großer Freude verplane ich die freie Familienzeit mit Ausflügen oder Besuchen. Wie viel ich aber tatsächlich plane, wurde mir erst in der letzten Zeit deutlich. Genau genommen ging mir das erst auf, nachdem so allerlei Pläne bei uns geplatzt sind, wie die geplante Tauffeier für unseren Jüngsten und zwei Urlaube.

Dadurch ist mir nicht nur die Vielzahl an ... Zur Fortsetzung

Hungrig und durstig nach Gerechtigkeit?

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„Das ist so ungerecht!“ Dieser Ausruf schallte bei uns des Öfteren lautstark durchs ganze Haus – mal war ich selbst die Brüllende, mal eines meiner beiden jüngeren Geschwister. Meist ging es natürlich darum, dass einer von uns ungerecht behandelt wurde im Gegensatz zu den anderen beiden. Da gingen die Meinungen zum Teil sehr weit auseinander. Einig waren wir uns dafür aber umso mehr in der Intensität unseres Empört-Seins.

„Das ist so ungerecht!“ Immer noch ist dieser Ausruf ein vertrauter für mich. Doch ehrlich gesagt rufe ich ihn mittlerweile nicht mehr lauthals durchs ganze Haus. So ausdauernd und intensiv wie früher empöre ich mich nicht mehr über Ungerechtigkeiten. Das ist mir bewusst geworden ...

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Fliegende Freude

Ich sag mal so: Wenn du nur eine einzige Aufgabe im Leben hast, dann wär‘s besser, die gut zu erfüllen. Als Luftballon zum Beispiel. Da erwarten die Leute von dir vor allem eines: dass die Luft drinbleibt. Sonst hat der Spaß ein Loch.

 Das war ein Grund, warum ich für unsere große Luftballonaktion am Sonntag eine bestimmte Sorte Ballons nicht gekauft habe. In einer Produktbewertung stand, dass sie zwar schnell geliefert werden, aber einige ein Loch haben. Das ist für Ballons nicht gerade ein Qualitätsmerkmal. Wenn die Luft nicht drinbleibt, hat der Ballonspaß ein Loch. Denn genau das ist die Kernaufgabe eines Ballons: fliegen und damit für Freude sorgen.

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"Hälsch de raus, kommsch en nix nei.“

Ich denke, das wäre Jonas Lebensmotto gewesen, wenn er nicht im alten Israel, sondern in Schwaben zur Welt gekommen wäre.

„Hälsch de raus, kommsch en nix nei.“ ist ein wohlmeinender Rat schwäbischer Eltern an ihre Kinder, wenn es Stress in der Klasse gibt oder es ist die Handlungsempfehlung unter Kollegen, wenn dem Chef mal wieder der Kragen platzt. Sollte man da nicht was sagen? Was tun? „Lieber net, hälsch de raus, kommsch en nix nei.“ Ball flach und Füße still halten und möglichst ungestreift durchkommen.

 

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Mutig Mutig

Na, Sie sind ja ganz schön mutig.“ - mit diesen Worten begrüßt mich ein älterer Herr bei einem Krankenbesuch. Schnell wird deutlich, dass er damit nicht meinen Besuch bei ihm meint, sondern vielmehr die Tatsache, dass ich schwanger bin.

Na, Sie sind ja ganz schön mutig.“ – dieser Satz hat mich im ersten Moment sprachlos gemacht. Mit einer solchen Reaktion auf das heranwachsende neue Leben in meinem Bauch hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet.

 

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"Not macht erfinderisch, Kind"

Oft habe ich diesen Satz meiner Oma in den vergangenen Wochen im Ohr. Dass darin einige Lebenserfahrung liegt, ahnte ich wohl immer. Nun mache ich – notgedrungen -  meine eigenen Erfahrungen mit diesem allseits bekannten Satz. Und ich stelle fest: Ja, es stimmt, Not macht tatsächlich erfinderisch.

Zurzeit tun sich ja viele Nöte auf. Egal, wen ich frage, jeder und jede zählt mir auf, welche Nöte, welche Sorgen sich eingestellt haben. Der „normale“ Alltag ist weggebrochen. Von dem „Normalen“ ist nicht mehr viel geblieben. Der Einkauf im Supermarkt ist zum Highlight geworden. Wer hätte das gedacht?

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Nicht besinnlich

Dafür ist die Kirche doch da: Besinnlichkeit. Zur Ruhe kommen. Abschalten. Frieden finden. In Einklang mit sich und der Welt kommen. Atempausen schaffen. Trost finden. Hoffnung schöpfen.

Aber vielleicht ist dann doch auch mal etwas anderes dran: Zur Besinnung kommen anstelle von wohlfühliger Besinnlichkeit. Die entscheidende Frage hat mir eine Remseckerin genannt. Sie hat sich schon lange vor Corona gefragt, „wann das endlich alles einmal kollabiert?“ Unsere Welt kannte nur eine Richtung: Immer höher, immer schneller, immer weiter, immer mehr, immer bequemer… Und plötzlich steht alles still. 

Vordergründig drehen sich die ...Zur Fortsetzung

„ist dein Dasein mit Heiterkeit erfüllt?“

Sie werden nicht glauben, wo ich dieses Bild aufgenommen habe! Mir war es ein bisschen unangenehm, das Handy dort zu zücken. Dabei hat mich niemand dabei beobachtet. Ich bin mir ganz sicher – es war nämlich auf einer Besuchertoilette im Krankenhaus. Am Anfang ist mir dieser Aufkleber gar nicht aufgefallen. Das wundert mich im Nachhinein selbst. Er ist gut und gern 10x15 cm groß und hängt direkt über dem Spülkasten.

Vielleicht hat’s „pressiert“. Vielleicht habe ich auch einfach nicht damit gerechnet, dass mir jemand so eine persönliche Frage auf dem stillen Örtchen stellt:„ist dein Dasein mit Heiterkeit erfüllt?“

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„Und… was hast du die letzten Tage so gemacht?“

Diese Frage taucht nun eigentlich immer in meinen Telefongesprächen auf, egal ob ich mit einer Freundin oder jemandem aus meiner Familie spreche. Verschiedenes wird dann erzählt: wir teilen, was heute geputzt, im Garten entwurzelt und neu eingesät oder gekocht wurde. Neben Alltagstaten dieser Art kommen wir aber auch auf anderes zu sprechen: Dankbar schmunzelnd werden Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse geteilt. Voller Vorfreude werden Nach-Corona-Quarantäne-Pläne geschmiedet. Auf HERZENSHÖHE“ werden aber auch Sorgen und Sehnsüchte, die gerade die Gedanken belagern, ausgesprochen und geteilt.

„Und, was haben Sie in den letzten Tagen so gemacht?

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Den Blick weiten

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
(Psalm 121,1f)

Um mich herum blühen Veilchen und Osterglocken, Forsythien und Mirabellensträucher, an den Bäumen sprießen die ersten zarten Blätter. Selten war ich so dankbar für die Schöpfung, die ihren Gang geht und mich trägt – unabhängig von meinem Ergehen. Die Natur mit ihrer Ordnung ordnet auch mich. Das Aufblühen der Blumen und Sträucher ist veranschaulichte Osterbotschaft. Das Leben ist stärker. Es lässt sich nicht unterkriegen. Zur Fortsetzung...

Kennen Sie Tillmann Prüfer?

Kennen Sie Tillmann Prüfer? Sein Urgroßvater hätte ihn ganz ungeniert als „Zeitungshalunke“ bezeichnet. Prüfer ist ein deutscher Journalist. Seine Kolumnen im ZEITmagazin lese ich gern und wurde deshalb neugierig, als ich im letzten Herbst ein Buch von ihm auf dem Couchtisch meiner Schwie-gereltern entdeckt habe: „Der heilige Bruno – die unglaubliche Ge-schichte meines Urgroßvaters am Kilimandscharo“. Prüfer beschreibt darin das Leben seines Urgroßvaters Bruno Gutmann. Er war Missionar in Afrika, Prüfer begibt sich auf Spurensuche und kaspert quasi nebenbei sein Ver-hältnis zu Gott aus.

Und so geht es los: zur Fortsetzung

Bisher fand ich Zeitkapseln toll!

Bisher fand ich Zeitkapseln toll. Auf unserem Kirchturm haben wir zum Beispiel eine, die goldene Kugel unter dem Wetterhahn. Bei jeder Kirchenrenovierung werden dort Dokumente hineingelegt, die bei der nächsten Öffnung davon berichten, was die Menschen vor 50, 100 oder noch mehr Jahren bewegt hat.

In diesen Tagen kommt mir auch jede Andacht wie eine Zeitkapsel vor, aber damit verbinde ich gerade wenig Positives. Das, was Sie jetzt lesen, habe ich vor genau einer Woche geschrieben. Meine Gedanken mache ich mir zu Hause und vor der Tür spielen die Kinder, weil sie „Corona-Ferien“ haben. Ich habe es aufgegeben, nach Mehl Ausschau zu halten. In den meisten Geschäften brennt kein Licht mehr. Selbst unser Zweijähriger hat inzwischen verstanden, dass der Spielplatz geschlossen hat, aber die Gehwege noch geöffnet sind.

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Die Hoffnung flott kriegen

Als Kind habe ich von meiner Mutter gelernt, dass man nahezu alles im Leben mit Ponal reparieren kann. Mein Vater hat immer versucht, die Stimme der Vernunft gegen diese Einstellung zu erheben: Ponal ist nun mal ein Holzleim und kann bei weitem nicht alles zusammenhalten. Mama war beharrlich – fast schon störrisch. Vieles konnte sie tatsächlich mit der weißen Wunderwaffe kleben und das hat unserer Familie einen Dauerbrenner beschert: „Lass das Mama machen, die holt Ponal!“

Heute bin ich erwachsen, muss meine sieben Sachen selbst reparieren und Sie werden lachen: Ich habe mir bei meinen Eltern eine Flasche Ponal gemopst... zur Fortsetzung