Gäste Gottes sein

Und es sprach Elia, der Tischbiter, aus Tischbe in Gilead zu Ahab: So wahr der HERR, der Gott Israels, lebt, vor dem ich stehe: Es soll diese Jahre weder Tau noch Regen kommen, ich sage es denn. Da kam das Wort des HERRN zu ihm: Geh weg von hier und wende dich nach Osten und verbirg dich am Bach Krit, der zum Jordan fließt. Und du sollst aus dem Bach trinken, und ich habe den Raben geboten, dass sie dich dort versorgen sollen. Er aber ging hin und tat nach dem Wort des HERRN und setzte sich nieder am Bach Krit, der zum Jordan fließt. Und die Raben brachten ihm Brot und Fleisch des Morgens und des Abends, und er trank aus dem Bach. Und es geschah nach einiger Zeit, dass der Bach vertrocknete; denn es war kein Regen im Lande. Da kam das Wort des HERRN zu ihm: Mach dich auf und geh nach Sarepta, das zu Sidon gehört, und bleibe dort; denn ich habe dort einer Witwe geboten, dass sie dich versorge. Und er machte sich auf und ging nach Sarepta. Und als er an das Tor der Stadt kam, siehe, da war eine Witwe, die las Holz auf. Und er rief ihr zu und sprach: Hole mir ein wenig Wasser im Gefäß, dass ich trinke! Und als sie hinging zu holen, rief er ihr nach und sprach: Bringe mir auch einen Bissen Brot mit! Sie sprach: So wahr der HERR, dein Gott, lebt: Ich habe nichts Gebackenes, nur eine Handvoll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug. Und siehe, ich habe ein Scheit Holz oder zwei aufgelesen und gehe heim und will's mir und meinem Sohn zubereiten, dass wir essen – und sterben. Elia sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Geh hin und mach's, wie du gesagt hast. Doch mache zuerst mir etwas Gebackenes davon und bringe mir's heraus; dir aber und deinem Sohn sollst du danach auch etwas backen. Denn so spricht der HERR, der Gott Israels: Das Mehl im Topf soll nicht verzehrt werden, und dem Ölkrug soll nichts mangeln bis auf den Tag, an dem der HERR regnen lassen wird auf Erden. Sie ging hin und tat, wie Elia gesagt hatte. Und er aß und sie auch und ihr Sohn Tag um Tag. Das Mehl im Topf wurde nicht verzehrt, und dem Ölkrug mangelte nichts nach dem Wort des HERRN, das er geredet hatte durch Elia.

 

Wochenspruch:

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger des Heiligen und Gottes Hausgenossen. (Epheser 2,19)

 

Margaretenkirche: Aus der Taufe leben

Philippus erhielt vom Engel des Herrn den Auftrag: »Steh auf! Geh nach Süden zu der Straße, die von Jerusalem nach Gaza führt und menschenleer ist.« Philippus stand auf und ging dorthin. Und sieh doch: Dort war ein Äthiopier unterwegs. Er war Eunuch  und hoher Beamter am Hof der Kandake, der Königin von Äthiopien. Er verwaltete ihre Schatzkammer und war nach Jerusalem gekommen, um Gott anzubeten. Jetzt war er auf der Rückreise. Er saß in seinem Wagen und las im Buch des Propheten Jesaja.

Der Heilige Geist sagte zu Philippus: »Geh hin und bleibe in der Nähe des Wagens!« Philippus lief hin und hörte, wie der Mann laut im Buch des Propheten Jesaja las. Philippus fragte: »Verstehst du eigentlich, was du da liest?« Der Eunuch sagte: »Wie soll ich es verstehen, wenn mir niemand hilft?« Und er bat Philippus: »Steig auf und setz dich zu mir!« An der Stelle, die er gerade las, stand: »Er ertrug alles, ohne zu klagen – wie ein Schaf, das zum Schlachten geführt wird, und wie ein Lamm, das beim Scheren keinen Laut von sich gibt. Er wurde zutiefst erniedrigt, doch das Urteil gegen ihn wurde aufgehoben. Wer wird je seine Nachkommen zählen können? Denn sein Leben wurde von der Erde weg zum Himmel emporgehoben.« Der Eunuch fragte Philippus: »Bitte sag mir, von wem spricht der Prophet hier – von sich selbst oder von einem anderen?«

Philippus nahm die Frage auf. Ausgehend von dem Wort aus Jesaja, verkündete er ihm die Gute Nachricht von Jesus.

Als sie auf der Straße weiterfuhren, kamen sie an einer Wasserstelle vorbei. Der Eunuch sagte: »Sieh doch, dort ist eine Wasserstelle. Spricht etwas dagegen, dass ich getauft werde?« Philippus sagte: »Wenn du von ganzem Herzen glaubst, kann es geschehen. « Der Eunuch antwortete: »Ich glaube, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist.« Er befahl, den Wagen anzuhalten. Beide, Philippus und der Eunuch, stiegen ins Wasser, und Philippus taufte ihn. Als sie aus dem Wasser herausstiegen, wurde Philippus vom Geist des Herrn fortgenommen. Der Eunuch sah ihn nicht mehr.

Aber er setzte seinen Weg voller Freude fort.

(Apostelgeschichte 8,26-39)

 

Wochenspruch: So spricht der HERR, der sich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! (Jesaja 43,1)

Gebet: Das Leben ist nicht ein Frommsein,sondern ein Frommwerden, nicht eine Gesundheit, sondern ein Gesundwerden, nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung. Wir sind’s noch nicht, wir werden’s aber. Es ist noch nicht getan oder geschehen, es ist aber im Gang und im Schwang. Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg. Es glüht und glänzt noch nicht alles, es reinigt sich aber alles. (Martin Luther)

 

Menschenfischer

Wochenspruch: Denn aus Gnade seid ihr gerettet – durch den Glauben. Das verdankt ihr nicht eurer eigenen Kraft, sondern es ist Gottes Geschenk. (Epheser 2,8)

Einmal drängte sich die Volksmenge um Jesus und wollte hören, wie er Gottes Wort verkündete. Jesus stand am See Gennesaret. Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und reinigten die Netze.

Jesus stieg in eines der Boote, das Simon gehörte. Er bat Simon, ein Stück vom Ufer wegzufahren. Dann setzte er sich und sprach vom Boot aus zu den Leuten. Als Jesus seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: »Fahre hinaus in tieferes Wasser! Dort sollt ihr eure Netze zum Fang auswerfen!« Simon antwortete: »Meister, wir haben die ganze Nacht hart gearbeitet und nichts gefangen. Aber weil du es sagst, will ich die Netze auswerfen.« Simon und seine Leute warfen die Netze aus. Sie fingen so viele Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten. Sie winkten die Fischer im anderen Boot herbei. Sie sollten kommen und ihnen helfen. Zusammen beluden sie beide Boote, bis sie fast untergingen.

Als Simon Petrus das sah, fiel er vor Jesus auf die Knie und sagte: »Herr, geh fort von mir! Ich bin ein Mensch, der voller Schuld ist!« Denn Schrecken ergriff ihn und die anderen, die dabei waren, weil sie einen so gewaltigen Fang gemacht hatten. So ging es auch Jakobus und Johannes, den Söhnen von Zebedäus. Sie arbeiteten eng mit Simon zusammen. Da sagte Jesus zu Simon: »Hab keine Angst! Von jetzt an wirst du ein Menschenfischer sein!« Da zogen sie die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten Jesus. (Lukas 5,1-11)

 
 

Wer ist mein Mitmensch?

Ein Schriftgelehrter fragte Jesus:  »Wer ist denn mein Mitmensch?«

Jesus erwiderte: »Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab. Unterwegs wurde er von Räubern überfallen. Die nahmen ihm alles weg, auch seine Kleider, und schlugen ihn zusammen. Dann machten sie sich davon und ließen ihn halb tot liegen. Nun kam zufällig ein Priester denselben Weg herab. Er sah den Verwundeten und ging vorbei. Genauso machte es ein Levit, als er zu der Stelle kam: Er sah den Verwundeten und ging vorbei. Aber dann kam ein Reisender aus Samarien dorthin. Als er den Verwundeten sah, hatte er Mitleid mit ihm. Er ging zu ihm hin, behandelte seine Wunden mit Öl und Wein und verband sie. Dann setzte er ihn auf sein eigenes Reittier, brachte ihn in ein Gasthaus und pflegte ihn. Am nächsten Tag holte er zwei Silberstücke hervor, gab sie dem Wirt und sagte: ›Pflege den Verwundeten! Wenn es mehr kostet, werde ich es dir geben, wenn ich wiederkomme.

‹Was meinst du: Wer von den dreien ist dem Mann, der von den Räubern überfallen wurde, als Mitmensch begegnet?« Der Schriftgelehrte antwortete: »Der Mitleid hatte und sich um ihn gekümmert hat.« Da sagte Jesus zu ihm: »Dann geh und mach es ebenso.« (Lukas 10,29-37)

Wochenspruch: "Helft einander, die Lasten zu tragen. So erfüllt ihr das Gesetz, das Christus gegeben hat." (Galater 6,2)

 
 

Bist zu uns wie ein Vater...

Wochenspruch:

Der Menschensohn ist gekommen, um die Verlorenen zu suchen und zu retten.
(Lukas 19,10)

Bibeltext:

Jesus sagte: »Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere sagte zum Vater: ›Vater, gib mir den Teil der Erbschaft, der mir zusteht.‹ Da teilte der Vater seinen Besitz unter den Söhnen auf. Ein paar Tage später machte der jüngere Sohn seinen Anteil zu Geld und wanderte in ein fernes Land aus.

Dort verschleuderte er sein ganzes Vermögen durch ein verschwenderisches Leben. Als er alles ausgegeben hatte, brach in dem Land eine große Hungersnot aus. Auch er begann zu hungern.

Da bat er einen der Bürger des Landes um Hilfe. Der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er wollte seinen Hunger mit den Futterschoten stillen, die die Schweine fraßen. Aber er bekam nichts davon.

Da ging der Sohn in sich und dachte: ›Wie viele Arbeiter hat mein Vater und sie alle haben reichlich Brot zu essen. Aber ich komme hier vor Hunger um. Ich will zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe Schuld auf mich geladen – vor Gott und vor dir. Ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn genannt zu werden. Nimm mich als Arbeiter in deinen Dienst.‹

So machte er sich auf den Weg zu seinem Vater. Sein Vater sah ihn schon von Weitem kommen und hatte Mitleid mit ihm. Er lief seinem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Aber sein Sohn sagte zu ihm: ›Vater, ich habe Schuld auf mich geladen – vor Gott und vor dir. Ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn genannt zu werden.‹ 

Doch der Vater befahl seinen Dienern: ›Holt schnell das schönste Gewand aus dem Haus  und zieht es ihm an. Steckt ihm einen Ring an den Finger und bringt ihm Sandalen für die Füße. Dann holt das gemästete Kalb her und schlachtet es: Wir wollen essen und feiern! Denn mein Sohn hier war tot und ist wieder lebendig. Er war verloren und ist wiedergefunden.‹

(Lukas 15,11-24)

 
 

Jesus, berühre mich!

Wochenspruch:

Jesus Christus spricht: „Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch abmüht und belastet seid! Bei mir werdet ihr Ruhe finden. (Matthäus 11,28)

Bibeltext:

Unter den Leuten war auch eine Frau, die seit zwölf Jahren an Blutungen litt. Sie hatte ihr ganzes Vermögen für die Ärzte ausgegeben, aber keiner hatte sie heilen können. Sie drängte sich von hinten an Jesus heran und berührte eine Quaste seines Mantels.

Im selben Augenblick hörte ihre Blutung auf. Jesus fragte: »Wer berührt mich?«

Keiner wollte es gewesen sein. Und Petrus sagte: »Meister, all die Leute umringen und bedrängen dich.« Aber Jesus erwiderte: »Jemand hat mich berührt – denn ich habe gemerkt, dass Kraft von mir ausgegangen ist.« Da wusste die Frau, dass sie es nicht verheimlichen konnte. Zitternd trat sie vor und warf sich vor Jesus nieder. Vor dem ganzen Volk erklärte sie, warum sie ihn berührt hatte und wie sie im selben Augenblick geheilt worden war. Da sagte Jesus zu ihr: »Tochter, dein Glaube hat dich gerettet. Geh in Frieden.« (Lukas 8, 43-48)

 
 

Erschreckt nicht!

Jesus drängte die Jünger, in das Boot zu steigen. Sie sollten an die andere Seite des Sees vorausfahren. Er selbst wollte inzwischen die Volksmenge verabschieden.

Nachdem er die Volksmenge verabschiedet hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Als es dunkel wurde, war er immer noch alleine dort. Das Boot war schon weit vom Land entfernt. Die Wellen machten ihm schwer zu schaffen, denn der Wind blies direkt von vorn.

Um die vierte Nachtwache kam Jesus zu den Jüngern. Er lief über den See. Als die Jünger ihn über den See laufen sahen, wurden sie von Furcht gepackt. Sie riefen: »Das ist ein Gespenst!« Vor Angst schrien sie laut auf. Aber sofort sagte Jesus zu ihnen: »Erschreckt nicht! Ich bin es. Ihr braucht keine Angst zu haben.« Petrus antwortete Jesus: »Herr, wenn du es bist, befiehl mir, über das Wasser zu dir zu kommen.« Jesus sagte: »Komm!« Da stieg Petrus aus dem Boot, ging über das Wasser und kam zu Jesus. Aber auf einmal merkte er, wie stark der Wind war und bekam Angst.

Er begann zu sinken und schrie: »Herr, rette mich!« Sofort streckte Jesus ihm die Hand entgegen und hielt ihn fest. Er sagte zu Petrus: »Du hast zu wenig Vertrauen. Warum hast du gezweifelt?« Dann stiegen sie ins Boot – und der Wind legte sich. Und die Jünger im Boot warfen sich vor Jesus nieder. Sie sagten: »Du bist wirklich der Sohn Gottes

(Matthäus 14,22-32)

Bibelvers: »Erschreckt nicht! Ich bin es. Ihr braucht keine Angst zu haben.« (Matthäus 14,27)

Dreieinigkeitsfest:

Unter den Pharisäern gab es einen, der Nikodemus hieß. Er war einer der führenden Männer des jüdischen Volkes.

Eines Nachts ging er zu Jesus und sagte zu ihm: »Rabbi, wir wissen: Du bist ein Lehrer, den Gott uns geschickt hat. Denn keiner kann Zeichen tun, wie du sie vollbringst, wenn Gott nicht mit ihm ist.«

Jesus antwortete: »Amen, amen, das sage ich dir: Nur wenn jemand von oben her neu geboren wird, kann er das Reich Gottes sehen.« Darauf sagte Nikodemus zu ihm: »Wie kann denn ein Mensch geboren werden, der schon alt ist? Man kann doch nicht in den Mutterleib zurückkehren und ein zweites Mal geboren werden!« Jesus antwortete: »Amen, amen, das sage ich dir: Nur wenn jemand aus Wasser und Geist geboren wird, kann er in das Reich Gottes hineinkommen. Was von Menschen geboren wird, ist ein Menschenkind. Was vom Geist geboren wird, ist ein Kind des Geistes.

Wundere dich also nicht, dass ich dir gesagt habe: ›Ihr müsst von oben her neu geboren werden.‹ Auch beim Wind ist es so: Er weht, wo er will. Du hörst sein Rauschen. Aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. Genauso ist es mit jedem, der vom Geist geboren wird.«

(Johannes 3,1-8)

Pfingstsonntag: Wasser des Lebens

Zwei Menschen begegnen Jesus wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Ein Mann und eine Frau, eine Samaritanerin und ein Jude. Nikodemus, der sich streng an das jüdische Gesetz hält. Eine Namenlose, die bereits in der fünften Beziehung lebt.

Sie begegnen Jesus: Er gezielt, sie eher zufällig. Die Frau in der Mittagshitze, der Pharisäer Mitten in der Nacht.Eins verbindet sie:

Sie sind auf der Suche nach Lebensfülle. Doch sehen Sie selbst!

Unterwegs kam Jesus nach Sychar, einem Ort in Samarien. In seiner Nähe liegt das Grundstück, das Jakob einst seinem Sohn Josef vererbt hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von dem langen Weg und setzte sich an den Brunnen. Es war um die sechste Stunde.

Da kam eine Samariterin, um Wasser zu schöpfen. Jesus bat sie: »Gib mir etwas zu trinken.« Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zu essen zu kaufen. Die Samariterin sagte zu ihm: »Du bist ein Jude und ich bin eine Samariterin. Wie kannst du mich um etwas zu trinken bitten?« – Denn die Juden vermeiden jeden Umgang mit Samaritern. – Jesus antwortete: »Wenn du wüsstest, was für ein Geschenk Gott den Menschen macht und wer dich hier bittet: ›Gib mir etwas zu trinken‹! – Dann würdest du ihn bitten, und er würde dir lebendiges Wasser geben!« Da sagte die Frau zu ihm: »Herr, du hast nicht einmal einen Eimer und der Brunnen ist tief. Woher willst du das Quellwasser nehmen? Bist du etwa bedeutender als unser Stammvater Jakob? Er hat uns diesen Brunnen hinterlassen. Er selbst hat daraus getrunken, ebenso seine Söhne und sein Vieh.«

Darauf antwortete Jesus ihr: »Wer von diesem Wasser hier trinkt, bekommt wieder Durst. Aber wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, wird nie wieder Durst haben. Denn das Wasser, das ich ihm gebe, wird in ihm zu einer Quelle: Ihr Wasser fließt und fließt – bis ins ewige Leben.« (Johannes 4, 5-14)

Exaudi: Wasser des Lebens

Wochenspruch: Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. (Johannes 12,32)

Am letzten Tag, dem Höhepunkt des Festes, stellte sich Jesus hin und rief mit lauter Stimme: »Wenn jemand Durst hat, soll er zu mir kommen und trinken – jeder, der an mich glaubt.

So sagt es die Heilige Schrift:›Ströme von lebendigem Wasser werden aus seinem Inneren fließen.‹« (Johannes 7,37-39)

Jesus bezog dies auf den Heiligen Geist. Den sollten die erhalten, die zum Glauben an ihn gekommen waren. Denn der Heilige Geist war damals noch nicht gekommen, weil Jesus noch nicht in Gottes Herrlichkeit aufgenommen war.

Gebet:

Komm, du Geist der Wahrheit, komm.
Du ziehst bei denen ein, die dich willkommen heißen.
Du gibst dich selbst für die, die sich dir entgegenstrecken.
Du erfüllst die Herzen.
Komm, du Geist der Wahrheit. Komm. Ich warte auf dich.

Verwurzele mich immer tiefer in deiner Liebe.
Lass mich dich erkennen und nicht aufhören, nach dir zu fragen.
Dir vertraue ich mich an, Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist, heute und alle Tage. Amen.

Sonntag Rogate: Betet!

Wochenspruch: Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Psalm 66,20)

Als Jesus die Volksmenge sah, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger kamen zu ihm. Jesus begann zu reden und lehrte sie: »Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Scheinheiligen: Sie stellen sich zum Beten gerne in den Synagogen und an den Straßenecken auf, damit die Leute sie sehen können. Amen, das sage ich euch: Sie haben damit ihren Lohn schon bekommen. Wenn du betest, geh in dein Zimmer und verriegel die Tür. Bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen. Sprecht eure Gebete nicht gedankenlos vor euch hin – so machen es die Heiden! Denn sie meinen, ihr Gebet wird erhört, weil sie viele Worte machen. Macht es nicht so wie sie! Denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch bevor ihr ihn darum bittet. So sollt ihr beten:

›Unser Vater im Himmel, dein Name soll geheiligt werden.
Dein Reich soll kommen. Dein Wille soll geschehen.
Wie er im
Himmel geschieht, so soll er auch auf der Erde Wirklichkeit werden.
Gib uns das
Brot, das wir für heute brauchen!
Und vergib uns unsere
Schuld – so wie wir denen vergeben haben,
die uns gegenüber
schuldig geworden sind.
Und stelle uns nicht auf die Probe, sondern rette uns vor dem Bösen.‹

(Matthäus 5, 1.2 und 6, 5-13)

Aufstellung zu Himmelfahrt in der Martinskirche (Neckargröningen)

In der modernen, frechen und nicht ganz ernst zu nehmenden Bibelübertragung der Volxbibel (http://lesen.volxbibel.de/) klingt die Geschichte von der Himmelfahrt so:

Lieber Theophilus! Also, in meinem ersten Bericht hab ich dir ja schon erzählt, was mit Jesus alles abging und was er so erzählt hat. Und zwar vom ersten Event an, bis er dann schließlich nach oben versetzt wurde zu Gott. Bevor er Richtung Himmel abgezogen ist, hat er sich von Gott noch sagen lassen, wer von seinen Leuten die Chefs werden sollten. Das waren die Männer, die wir heute Apostel nennen. Denen hat er dann erzählt, was für Aufgaben sie ab jetzt haben würden. Genau bei diesen Leuten ist er später noch mehrmals aufgetaucht, nachdem er fertiggemacht wurde und gestorben ist. Damit ist eindeutig bewiesen: Er ist wirklich nicht mehr tot, er lebt! Ganze vierzig Tage chillte er noch mit seinen Freunden und redete mit ihnen über das neue Reich, wo Gott das Sagen hat.

Als sie eines Tages zusammen waren, sagte Jesus voll ernst: „Ihr dürft auf keinen Fall aus Jerusalem abhauen! Ihr müsst hier so lange bleiben, bis das Ereignis passiert, was Papa schon vor Ewigkeiten versprochen hat ─ ich habe euch schon davon erzählt und wiederhole es jetzt noch mal: Johannes hat mit euch die Taufe nur mit Wasser durchziehen können. Aber wartet ab, bald werdet ihr mit dem heiligen Geist, mit der Power, die von Gott kommt, getauft werden!“

Als sie da so mit ihm zusammen waren, fragten seine Leute: „Meister, wirst du denn jetzt eine Revolution anzetteln, Israel befreien und es ganz nach vorne bringen?“ „Das soll euch erst mal egal sein. Gott wird schon das richtige Timing dafür haben", antwortete Jesus. "Aber ihr werdet von der Kraft Gottes, dem heiligen Geist, noch richtig angezappt und abgefüllt werden. Durch die Kraft, die er euch gibt, werdet ihr in der Lage sein, euch für mich vor allen Leuten in Jerusalem grade zu machen. Überall werdet ihr von mir erzählen, in Judäa, in Samarien und auch im Rest der Welt!“ Nachdem er das gesagt hatte, fuhr er wie in einem Lift nach oben und verschwand in einer Wolke. Als sie da total verdattert rumstanden, tauchten plötzlich zwei Typen auf, die weiße Anzüge trugen. „Hey, ihr Leute aus Galiläa, was steht ihr hier so rum und glotzt zum Himmel?", fragten sie. "Gott hat Jesus jetzt wieder zu sich nach Hause geholt. Aber keine Sorge, es wird der Tag kommen, da taucht er genau so wieder auf, wie er gerade abgehauen ist.“

Sonntag Kantate: Singen sprengt Ketten

Wochenspruch: "Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder." (Psalm 98,1)

Um Mitternacht beteten Paulus und Silas und sangen Gott Loblieder. Die anderen Gefangenen hörten ihnen zu. Plötzlich gab es ein starkes Erdbeben, das die Fundamente des Gefängnisses erschütterte. Da sprangen alle Türen auf, und die Ketten fielen von den Gefangenen ab.

Der Gefängniswärter wurde aus dem Schlaf gerissen.

Als er sah, dass die Gefängnistüren offen standen, zog er sein Schwert und wollte sich töten. Denn er dachte: Die Gefangenen sind entflohen.  Aber Paulus schrie laut: »Tu dir nichts an! Wir sind alle noch hier.« Der Wärter rief nach Licht. Er stürzte in die Zelle und warf sich zitternd vor Paulus und Silas nieder.

Dann führte er sie hinaus und fragte: »Ihr Herren, was muss ich tun, damit ich gerettet werde?« Sie antworteten: »Glaube an den Herrn, Jesus, dann wirst du gerettet und mit dir alle in deinem Haus.« Und sie verkündeten ihm und allen anderen in seinem Haus  das Wort des Herrn. Noch in derselben Nachtstunde nahm der Wärter Paulus und Silas zu sich.

Er wusch ihnen die Wunden aus. Dann ließ er sich umgehend taufen und mit ihm alle, die in seinem Haus lebten. Anschließend führte er die beiden in sein Haus hinauf und lud sie zum Essen ein. Die ganze Hausgemeinschaft freute sich, dass sie zum Glauben an Gott gefunden hatte.

(Apostelgeschichte 16,23-34)

Jubilate: Wie neu geboren!

Wochenspruch: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. (2. Kor 5,17)

"Einmal gingen Petrus und Johannes zum Tempel hinauf. Es war um die neunte Stunde, die Zeit für das Nachmittagsgebet.

Da wurde ein Mann herbeigetragen, der von Geburt an gelähmt war. Tag für Tag setzte man ihn an das Tor zum Tempelvorhof, das die »Schöne Pforte« genannt wird. Dort sollte er bei den Tempelbesuchern um eine Gabe betteln. Der Mann sah Petrus und Johannes, die gerade in den Tempel gehen wollten. Und er bat sie um eine Gabe. Petrus und Johannes schauten zu ihm hin, und Petrus sagte: »Sieh uns an!« Der Gelähmte blickte zu ihnen auf und erwartete, etwas von ihnen zu bekommen. Doch Petrus sagte: »Gold und Silber habe ich nicht. Aber was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen von Jesus Christus, dem Nazoräer: Steh auf und geh umher!«

Petrus fasste den Mann bei der rechten Hand und zog ihn hoch. Im selben Augenblick kam Kraft in seine Füße und Gelenke. Mit einem Sprung war er auf den Beinen und machte ein paar Schritte. Er folgte Petrus und Johannes in den Tempel. Dort lief er umher, sprang vor Freude und lobte Gott. Das ganze Volk sah, wie er umherlief und Gott lobte. Sie erkannten in ihm den Bettler, der immer an der Schönen Pforte des Tempels  gesessen hatte. Sie staunten und konnten nicht fassen, was mit ihm geschehen war."

(Apostelgeschichte 3,1-11)

Der gute Hirte

Wochenspruch: Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir, und ich gebe ihnen das ewige Leben. (Johannes 10, 11a.27-28a)

Jesus Christus spricht: „Ich bin der gute Hirte. Ich kenne die, die zu mir gehören, und sie kennen mich. Genauso kennt mich der Vater und ich kenne ihn. Ich bin bereit, für die Schafe zu sterben.

Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall kommen. Auch die muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören. Alle werden in einer Herde vereint sein und einen Hirten haben. Meine Schafe hören auf meine Stimme. Ich kenne sie und sie folgen mir.

Ich gebe ihnen das ewige Leben. Sie werden in Ewigkeit nicht verloren gehen und niemand kann sie mir aus den Händen reißen.“

(Johannes 11, 14-16.27-28)

Zwei von den Jüngern Jesu gingen nach Emmaus...

Zwei von den Jüngern Jesu gingen nach Emmaus, einem kleinen Dorf, das etwa 12 Kilometer von Jerusalem entfernt lag. Sie waren sehr traurig und unterhielten sich über Jesus und all die schlimmen Dinge, die geschehen waren. Während sie miteinander redeten, kam plötzlich Jesus zu ihnen und ging mit ihnen denselben Weg. Aber die Jünger merkten nicht, dass es auch Jesus war. Jesus fragte Sie: „Worüber sprecht ihr die ganze Zeit?“ Kleopas, der eine von ihnen, antwortete: „Bist du der einzige Mensch, der nicht weiß, was in Jerusalem geschehen ist?“ Jesus fragte weiter: „Was ist denn passiert?“ Die Jünger antworteten: „Das mit Jesus aus Nazareth. Er war ein gewaltiger Prophet und hat vor Gott und allem Volk Großes getan. Aber unsere Hohepriester haben ihn zum Tode verurteilt und gekreuzigt. Vor drei Tagen ist er gestorben. Und wir hatten geglaubt, er sei der von Gott gesandte Erlöser für das Volk Israel. Aber nicht nur das: Heute Morgen haben uns ein paar Frauen, die zu uns gehören, erschreckt. Sie seien beim Grab gewesen und hätten den toten Jesus nicht gefunden. Ein Engel sei ihnen erschienen und haben ihnen gesagt, dass Jesus lebe!“ Da sagt Jesus zu den beiden Jüngern: „Wie langsam seid ihr im Begreifen! Der Messias musste das alles erleiden, ehe er in seine Herrlichkeit eingehen konnte.“ Und er fing an, ihnen zu erklären, was in der Schrift über ihn geschrieben steht. Inzwischen waren sie in Emmaus angekommen. Jesus tat so, als ob er weitergehen wollte. Aber die Jünger baten ihn, mit ins Haus zu kommen, und sagten: „Bleib bei uns! Es dunkelt schon und der Tag geht zu Ende. Sei unser Gast!“ Da blieb er bei ihnen. Als sie zusammen am Tisch saßen, um miteinander zu essen, nahm Jesus das Brot, sprach das Dankgebet, brach es und gab es ihnen. In diesem Augenblick gingen den Jüngern die Augen auf und sie erkannten Jesus. Kurz darauf verschwand er vor ihnen. Die Jünger sprachen zueinander: „Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns die Schrift erklärte?“ Noch in derselben Stunde brachen sie auf und gingen nach Jerusalem zurück. Sie erzählten den anderen Jüngern alles, was sie mit Jesus erlebt hatten und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot mit ihnen teilte.  (Lukas 24,13-35)

Ostergarten

Ein Ostergarten lädt Sie während der Kar- und Osterwoche in die Aldinger Margarethenkirche ein, sich persönlich auf die besondere Festzeit in diesem Jahr einzustimmen. Verschiedene Stationen im Chorraum nehmen Sie auf den Weg Jesu mit: von dem Einzug in Jerusalem bis hin zu seiner Auferstehung. Zu jeder Station wird es kleine Erklärungen geben, wodurch auch Kinder die Geschichte der Kreuzigung und Auferstehung anschaulich kennenlernen können.

An dieser Stelle werden wir täglich eine Station hinzufügen.

Wir bitten Sie herzlich, auf die vorgesehenen Sicherheitsvorkehrungen zu achten: Halten Sie genügend Abstand zueinander und achten Sie bitte darauf, dass sich nur drei Personen gleichzeitig im Bereich des Ostergartens aufhalten (ausgenommen davon sind Familien mit mehreren Kindern).

Station 1: Jesus zieht in Jerusalem ein

 

Jesus ritt auf einem Esel nach Jerusalem. Als Jesus nahe an der Stadt war, schlossen sich ihnen viele Leute an. Sie waren so begeistert von Jesus, dass einige von ihnen ihre Kleider auf die staubige Straße legten. Andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Das war das Zeichen ihrer Freude. Die Menschen ehrten ihn wie einen König und jubelten ihm zu: „Hosianna dem Sohne Davids! Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!“

 

Station 2: Jesus wird gesalbt

 

In Betanien besuchten Jesus und seine Jünger ihren Freund Simon. Als alle bei Tisch saßen, kam plötzlich eine Frau herein. In der Hand hatte sie ein Fläschchen mit kostbarem und wohlriechendem Öl. Sie ging auf Jesus zu und goss das wertvolle Öl über sein Haar. Damit wollte sie ihm etwas Gutes tun und ihm zeigen, wie lieb sie ihn hatte. Die Jünger jedoch ärgerten sich über dieses Verhalten: „Mit dem Geld hätte man besser den Armen geholfen, anstatt es für dieses Öl zu verschwenden.“ Jesus wandte ein: „Diese Frau weiß, dass ich bald sterben muss. Mit dem Öl hat sie mich jetzt schon für mein Begräbnis gesalbt.“

 

Station 3: Jesus feiert das Abendmahl

 

In Jerusalem wollte Jesus mit seinen Jüngern das Paschamahl feiern. Die Jünger bereiteten das Essen vor. Sie kauften die Dinge, die sie zum Paschamahl brauchten: ein Lamm, bittere Kräuter, Wein und ungesäuertes Brot. Als sie sich zu Tisch gesetzt hatten, nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis. Dann brach er das Brot in Stücke, verteilte es an die Jünger und sagte: „Nehmt und esst! Das ist mein Leib!“ Darauf nahm Jesus den Kelch, sprach das Dankgebet und reichte ihn den Jüngern mit den Worten: „Das ist mein Blut das für viele vergossen wird zu Vergebung der Sünden.“

 

Station 4: Jesus ringt mit seinem Tod und wird verhaftet

 

Nach dem Paschamahl ging Jesus hinaus zum Ölberg, um zu beten. Mit seinen Jüngern zusammen kam er zum Garten Gethsemane. Dort sagte er zu ihnen: „Setzt euch hier nieder, während ich dorthin gehe und bete.“ Drei Jünger nahm er mit: Petrus, Jakobus und Johannes. Zu diesen sagte er: „Ich bin traurig, denn man wird mich bald töten. Ich habe große Angst davor. Bleibt bei mir und wacht mit mir.“ Dann ging Jesus ein wenig weiter, kniete nieder und betete: „Vater, lass mich nicht so leiden. Aber nicht, was ich will, soll geschehen, sondern was du willst.“ Jesu Angst wurde immer größer.

 

Noch zweimal betete er in dieser Nacht mit den gleichen Worten zum himmlischen Vater und bat ihn um Hilfe und Kraft. Als Jesus zu den Jüngern zurückkam, waren diese eingeschlafen. Er sagte zu ihnen: „Jetzt ist die Stunde da! Steht auf und lasst uns gehen! Der, der mich verraten wird, ist da!“ Jetzt kamen Männer, die mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet waren. Judas trat zu Jesus und gab ihm einen Kuss. Jesus sprach zu den Männern: „Mit Schwertern und Knüppeln seid ihr gekommen, um mich wie einen Räuber festzunehmen. Ich war doch jeden Tag im Tempel. Warum habt ihr euch da nicht getraut mich zu verhaften?“ Darauf nahmen ihn die Männer fest und führten ihn zum Hohepriester. Die Jünger bekamen große Angst und alle liefen davon.

 

Station 5: Jesus wird verhört, verurteilt und verspottet

 

Die Soldaten führten den gefangenen Jesus zum Hohepriester Kaiphas. Die Schriftgelehrten und Ältesten des Volkes verhörten Jesus. Sie fanden aber keinen Grund, ihn zum Tode zu verurteilen, obwohl viele falsche Zeugen auftraten. Da fragte der Hohepriester Jesus: „Bist du der Messias, der Sohn Gottes?“ Jesus antwortete ihm: „Ja, ich bin es. Aber ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Menschensohn an der rechten Seite Gottes sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen.“

Da zerriss der Hohepriester sein Gewand und sprach: „Er hat Gott gelästert!“ Und der Hohe Rat verurteilte Jesus einstimmig zum Tode. Sie ließen Jesus fesseln und übergaben ihn dem römischen Statthalter Pontius Pilatus. Doch Pilatus fand keinen Grund, Jesus zu verurteilen. Daher wandte er sich an das Volk, das draußen stand, und sagte: „Dieser Mann hat nichts getan, wofür er den Tod verdient.“ Doch sie schrien: „Weg mit ihm, kreuzige ihn! Wenn du ihn freigibst, bist du kein Freund des Kaisers mehr!“ Da gab Pilatus nach und gab den Befehl, Jesus zu geißeln und zu kreuzigen. Die Soldaten flochten aus Zweigen voller Dornen eine Krone, setzten sie Jesus auf und legten ihm einen Purpurmantel um. Dann verspotteten sie ihn, indem sie riefen: „Heil dir, König der Juden!“ Sie spuckten ihn an und schlugen ihn.

 

Station 6: Jesus wird gekreuzigt

 

Dann führten sie Jesus aus der Stadt hinaus auf einen Hügel, der Golgatha genannt wird. Dort nagelten sie ihn ans Kreuz, verlosten seine Kleider und brachten über seinem Kopf ein Schild mit der Aufschrift „König der Juden“ an.

Mit ihm wurden zwei Räuber gekreuzigt, einer zur Rechten und einer zur Linken. Die Hohenpriester, Schriftgelehrten und Ältesten verhöhnten ihn und sagten: „Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen.“

Jesus hing mit großen Schmerzen am Kreuz. Um zwölf Uhr kam eine große Finsternis über das ganze Land. Und um drei Uhr schrie Jesus mit lauter Stimme: „Mein Gott, mein Gott warum hast du mich verlassen?“ Einige Leute, die dabeistanden sagten: „Er ruft den Propheten Elia.“ Einer von ihnen lief und tauchte einen Schwamm in Essig, steckte ihn auf einen Stock und gab Jesus zu trinken.

Danach schrie Jesus noch einmal laut auf und starb.

 

Station 7: Jesus ist auferstanden

 

Am Sonntag, dem ersten Tag der Woche, gingen Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome in aller Frühe zum Grab Jesu. Sie hatten wohlriechende Öle gekauft und wollten damit den toten Leichnam salben, wie es damals Brauch war.

Unterwegs hatten die Frauen nur einen Gedanken: Wie kommen wir bloß in das Grab hinein? Denn nachdem Jesus in das Felsengrab gelegt worden war, hatte man den Eingang mit einem schweren Stein verschlossen.

Doch als sie näher kamen, entdeckten sie, dass der Stein bereits zur Seite gerollt war. Vorsichtig gingen die Frauen in die Grabeshöhle hinein. Dort sahen sie auf der rechten Seite einen jungen Mann – einen Engel – sitzen. Die Frauen erstarrten vor Schreck.

Der Engel sagte zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den sie gekreuzigt haben. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Geht jetzt zu den Jüngern und sagt ihnen: Jesus lebt. Er geht euch voraus nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen!“

Die Frauen gingen mit Furcht und großer Freude weg vom Grab und liefen zu den Jüngern.