Ostermontag: My Lighthouse - Gott als Leuchtturm

Wir leben in unsicheren Zeiten. Das Corona Virus bestimmt aktuell alles. Fast kann ich die ganzen Nachrichten nicht mehr hören. Die Schritte gegen das Virus sind klein. Langfristig kann nicht geplant werden. Niemand kann vorausschauen, wie es weitergeht. Gleichzeitig gibt es gefühlt minütlich neue Meldungen. Das macht Angst und kann uns alle verunsichern.

Die nächsten Schritte sind unsicher. Unser Leben fühlt sich gerade an wie ein Stolpern. Ein Nichtwissen um den richtigen Weg, der zu gehen ist. Wir müssen uns verlassen auf das, was uns von den Politikern, Wissenschaftlern und Medien gesagt wird. Das Virus scheint unseren Alltag zu bestimmen. Für viele von uns kein schönes Gefühl. Unser Alltag ist massiv einge-schränkt. Wie ein Nebel liegt das alles auf uns.  Da fällt es schwer, das Schöne um uns herum wahrzunehmen, was trotz allem da ist:

Freunde, Familie, Mitmenschen, die aufbrechende Natur.
Unsere Leidenschaften, Hobbys und Gott.

Alles scheint eingehüllt in diesen Nebel, der uns keine Weitsicht gewährt. Da braucht es etwas, dass uns Orientierung gibt und hilft voran zu kommen. Mit den Trainees und den Konfis singe ich gerade regelmäßig das Lied „My Lighthouse“ von Rend Collective.

Lighthouse – Ein Leuchtturm. Genau das braucht es im Nebel. Boote und Schiffe können sich am Licht des Leuchtturms orientieren, das meilenweit in das Meer hinausscheint, das manchmal genau so stürmisch sein kann wie unser Leben. Egal wie stürmisch, dunkel oder neblig es ist: Das Licht des Leuchtturms ist heller als die Dunkelheit.

Das Lied erzählt genau davon: Dass Gott der Leuchtturm für unser Leben sein kann. Das Original ist auf Englisch. Für die Andacht habe ich den deutschen Text gewählt. 

„In meinem Ringen und meinen Zweifeln, in meinem Scheitern verschwindest du nicht, deine große Liebe führt mich hindurch. Du bist die Stille in meinem stürmischen Meer.

In der Stille lässt du mich nicht los, in meinen  Fragen wird deine Wahrheit wahr bleiben.
Deine große Liebe führt mich hindurch.
Du bist die Stille in meinem stürmischen Meer.

Mein Leuchtturm, mein Leuchtturm leuchtet in der Dunkelheit, ich werde dir folgen. Mein Leuchtturm, mein Leuchtturm. Ich werde dem Versprechen vertrauen, dass du mich sicher zum Strand bringst.

Ich fürchte mich nicht davor, was morgen kommt. Jeden Morgen werde ich aufstehen und singen, denn Gottes Liebe leitet mich hindurch. Du bist die Stille in meinem stürmischen Meer.

Feuer vor uns, du bist der Strahlendste, du wirst uns durch den Sturm führen.“

 

Das Lied erzählt von einem tiefen Gottvertrauen. In allen Zweifeln und Fragen wird er da sein und uns durch den Sturm leiten. Er ist die Antwort auf unsere Fragen, auch wenn wir die Antwort aktuell nicht sehen können. In den Stürmen des Lebens kann Gott unser Ruhepol sein. Bei ihm können wir Kraft und Ruhe finden, egal wie sehr es um uns herum tobt. Wie der Leuchtturm die Schiffe in den Hafen lenkt, so gibt uns Gott Orientierung, auch wenn es um uns herum stürmt und tobt.

Gott kann unser Leuchtturm sein im Leben. Ein Licht, das durch die Dunkelheit und den Nebel scheint, auch wenn ich es vielleicht nur am Rande des Horizonts als kleines Leuchten wahrnehme, kann ich doch spüren: Gott ist da.

Zum Leuchtturm können auch die Menschen werden, die sich aktuell für Andere einsetzen. Die Krise zeigt uns auch: Die Idee der Nächstenliebe, die Jesus gepredigt hat, ist nicht tot. Überall setzen sich Menschen ein. Einige gehen für Menschen einkaufen, die es nicht selbst können. Restaurantbesitzer versorgen Firmen oder Krankenhäuser, deren Kantine zumachen musste. Die Krise lässt uns Menschen enger zusammenrücken, auch wenn wir Abstand halten müssen. Das gibt Hoffnung, dass es auch nach der Krise so weitergeht und Menschen weiterhin aufeinander achten und Rücksicht nehmen.

Ich wünsche Ihnen allen, dass Gottes Leuchtkraft Sie durch die kommen Tage und Wochen führt.

Diakon und Kirchengemeinderat Lars Otte, Neckarrems