Das Konzept der KOKIDs

Besonders Kinder im Alter zwischen 7 und 9 Jahren nähern sich dem Glauben ohne Vorurteile. Sie sind neugierig und haben Fragen. Eltern sind oft ratlos und tun sich mit Erklärungen schwer. Oft sind es Fragen, auf die auch wir Erwachsene gerne eine Antwort hätten. Schnell gerät man jedoch an die Grenzen eigener Sprachfähigkeit.

Der Anlass

Leitend waren die Gedanken, dass sich Jugendliche bis zum 13. Lebensjahr ein Bild über die Kirche und den Glauben bereits gemacht haben, oft ohne überhaupt Kontakt mit der eigenen Kirchengemeinde gehabt zu haben. Der Konfirmandenunterricht kommt da zu spät, zumal die Kinder von zuhause immer weniger an religiöser Erziehung mit auf den Lebensweg bekommen. Begriffe müssen dann erst mühsam geklärt und Abstraktes konkretisiert werden.

Dazu kommt, dass durch das G8 an den Gymnasien der früher vom Kultusministerium garantierte schulfreie Mittwoch in der siebten Klasse aller weiterführenden Schulen abgeschafft wurde. Begann früher der Konfirmandenunterricht schon im Mai der 7. Klasse, ist die erste Konfirmandenunterrichtstunde heute erst in der zweiten Schulwoche nach den Sommerferien im September zu Beginn des 8. Schuljahres.

Um den Verlust an Stunden zu kompensieren, bietet sich wie beim katholischen Modell die 3. Klasse an, in der sich die schulische Belastung für die Kinder noch in Grenzen hält.

Wie und wann geht es los?

Der Erstkontakt erfolgte an den Elternabenden der zweiten Klasse der Neckarschule. Die Eltern von 27 Kindern haben bereits ihr Interesse bekundet, sodass wir hoffen können, das Projekt dieses Jahr zu starten. Endgültig anmelden können die Eltern ihre Kinder nach einem Elternabend im Juni.

Los geht es dann im September mit einer Auftaktveranstaltung am Samstagvormittag. In drei Monatsblöcken werden dann die „Ko-Kids“ im Herbst und im Frühjahr einmal pro Woche spielerisch und handlungsorientiert in die Themen „Kirchengemeinde“, „Taufe“ und „Abendmahl“ eingeführt. Dazwischen sind sie eingeladen, die Angebote der Kirchengemeinde wahrzunehmen. Den Abschluss bildet ein Festgottesdienst im April, in dem die Kinder gesalbt und gesegnet werden.

Das Konzept: Gelebter Glaube im Wohnzimmer

Das Besondere an dem Konzept ist, dass der „Unterricht“ in Vierer- bis Sechsergruppen in privaten Wohnzimmern durch Tischmütter und –väter erfolgen soll. An zwei Abenden pro Einheit werden die Eltern dazu eigens theologisch und pädagogisch geschult sowie mit den nötigen Arbeitsblättern und Material ausgestattet. Ziel ist es zum einen, das Gespräch über den Glauben aus kirchlichen Räumen in die Privathäuser zu tragen. Zum anderen sind die Tischeltern mit den eigenen offenen Fragen, Zweifeln und der vermeintlichen theologischen Unkenntnis für Kinder weitaus überzeugendere Vorbilder als ein Pfarrer es sein kann. „Der muss das ja glauben und hat das ja auch studiert.“

Die Ziele

Erstes und oberes Ziel ist, dass die Kinder Glaube und Kirche zuallererst mit Lebensfreude, Lebenslust und Lebenskraft verbinden. Sie sollen sich als gottgewollt und gottgeliebt erfahren und gesandt in eine Welt, die sie in seinem Sinne zu gestalten haben. Die Kinder sollen die Kirchengemeinde und ihre Angebote kennen lernen und sich eingeladen fühlen. Und auch wenn wir Christinnen und Christen nicht alle Fragen beantworten können und oft selbst zaghaft sind und voller Zweifel, so lassen wir Gott nicht – und er nicht uns. Darin wollen wir unseren Kindern Vorbild sein.