Pfarrer Keil stellt sich vor

Seit dem 12. Februar 2011 leben wir in der Kirchstraße 9. Wir, das sind meine Frau Barbara Stuhlinger-Keil sowie unsere Söhne Dominik (17 Jahre) und Valentin (15 Jahre). Meine Frau ist Sozialpädagogin und areitet im ambulant betreuten Wohnen für psychisch erkrankte Menschen in Leonberg.

Ich bin 52 Jahre alt und aufgewachsen als Pfarrersohn in Leonberg. Allerdings war mein Vater kein Gemeindepfarrer, sondern Pressesprecher der Landeskirche. Meine Mutter kommt aus einem unkirchlichen Elternhaus und hat einen eigenen, freiheitlichen Weg in den Glauben gefunden. Mein Bruder wurde Volkswirt. Ich wurde Pfarrer. Später wurde mein Vater doch noch Gemeindepfarrer in Leonberg. Ich arbeitete in der Kinderkirche und Jugendarbeit mit.

Nach meinem Zivildienst in der Gerontopsychiatrie studierte ich in Stuttgart, Tübingen, Schottland und Marburg. Anschließend arbeitete ich zwei Jahre als Redaktionsmitarbeiter in der landeskirchlichen Pressestelle und genoss dort eine journalistische Ausbildung. Der Entschluss Gemeindepfarrer zu werden fiel endgültig erst in der Zeit meines Vikariats in Neckarrems. Ein liebevoller Ausbildungspfarrer und eine nachsichtige Kirchengemeinde haben dafür den Anstoß gegeben. Als Pfarrer zur Dienstaushilfe beim Dekan und Springer im Kirchenbezirk Sulz bekam ich Einblick in mehrere Kirchengemeinden. Von 2002 bis 2011 war ich Pfarrer in der Lukaskirchengemeinde in Gerlingen. Dort durfte ich erleben, was alles auch heute und auch in einer Stadtgemeinde an der Grenze von Stuttgart möglich sein kann, wenn man begeisterungsfähig ist, menschlich wertschätzend und offen einander begegnet und Gottvertrauen hat.

Ich bin aus zwei Gründen gerne Pfarrer. Zum einen begegnet man Menschen aus allen Schichten, in allen Lebenslagen und in allen Altersgruppen. Besonders an den entscheidenden Punkten im Leben darf ich mit dem christlichen Glauben eine Lebenshilfe und –begleitung anbieten, die so viel mehr ist als nur ein gutes Wort. Zum anderen bietet der Pfarrberuf eine Vielzahl von Arbeitsfeldern: Predigt und Theologie, Seelsorge, Psychologie und Lebensberatung, Pädagogik an der Schule und in der Erwachsenenbildung, Musik und Kunst, Management, Bau und vieles mehr. Das ganze Leben hat in einem Beruf Platz – und manchmal muss es auch an einem Tag sein: Aus der Schule zur Beerdigung, anschließend ein seelsorgerliches Gespräch, dann Konfirmandenunterricht oder Jungschar und schließlich Bandprobe oder Kirchengemeinderat – das pralle Leben eben.

Mein Herzblut liegt im Gottesdienst und in der Jugendarbeit. Den Kindern und der Jugend gilt mein besonderes Augenmerk, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass sie besonders offen sind für Gottes gute Worte. Der Gottesdienst ist in meinen Augen nichts weniger als Gottes Dienst an uns (Markus 10,45). Das heißt aber, dass in Form und Inhalt wir Wege finden müssen, dass er möglichst vielen Menschen gut tut.